Glioblastom: Tumorgene aktivieren sich gegenseitig

26. April 2016

Quelle: aerzteblatt online, 26.April 2016

Ottawa – Das Wachstum des Glioblastoms, des häufigsten und zugleich bösartigsten Hirntumors bei Erwachsenen, wird durch die gegenseitige Verstärkung von zwei Genen vorangetrieben, wobei die Hemmung eines der beiden Gene nach einer Veröffentlichung in Nature Neuroscience ein neuer Ansatzpunkt in der bislang unbefriedigenden Therapie sein könnte.

Patienten mit einem Glioblastom leben nach der Diagnose im Durchschnitt nur noch wenige Monate. Eine Operation kann die stark infiltrativ wachsenden Tumore selten heilen und eine Chemotherapie gilt als weitgehend wirkungslos. Viele Tumore haben Mutationen im Rezeptor für den epidermalen Wachstumsfaktor, die als EGFRvIII bezeichnet werden. Sie galten als möglicher Ansatzpunkt für eine Therapie. Doch alle klinischen Studien mit Lapatinib und anderen Kinasehemmern verliefen enttäuschend.

Jetzt wurde herausgefunden, dass die häufigste EGFR-Mutation nicht allein für das Krebswachstum verantwortlich ist. In vielen Zellen liegt ein weiter Gendefekt im Gen für den Oncostatin M-Rezeptor (OSMR) vor. Beide EGFRvIII und OSMR bilden auf den Tumorzellen einen gemein­samen Rezeptor.

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Frühzeitige Prognose bei Aderhautmelanom möglich

21. April 2016

Quelle: gesundheitsstadt-berlin, 19.April 2016

Meist kann ein Aderhautmelanom erfolgreich aus dem Auge entfernt werden. Doch häufig haben sich zu diesem Zeitpunkt bereits Krebszellen an anderen Stellen des Körpers angesiedelt. Eine Prognose des weiteren Verlaufs ist daher von besonderem Interesse, war bisher aber kompliziert.

Das größte Problem beim Aderhautmelanom ist, dass Tumorzellen, die sich bereits vor einer Behandlung aus dem Auge in andere Körperregionen absetzen, noch nach vielen Jahre zu Metastasen heranwachsen können. Schon lange ist es daher von großem Interesse festzustellen, welcher Patient mit einem Aderhautmelanom eine schlechte Prognose hat, also Metastasen entwickeln wird, und welcher nicht. Bisher war dies nur durch aufwändige Untersuchungen der Erbsubstanz der Tumorzellen möglich, die im klinischen Alltag nicht möglich ist. Forscher vom Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Essen haben nun ein alternatives Verfahren entwickelt. Die Forscher konzentrierten sich auf ein Eiweißmolekül, das durch das BAP1-Gen gesteuert wird, da dieses Gen bei Tumoren, die zu einer frühen Streuung von Krebszellen führen, defekt ist. 

Es zeigte sich, dass die Färbung mittels Immunhistochemie es tatsächlich ermöglicht, zwischen zwei unterschiedlichen Aderhautmelanomen zu unterscheiden. Während sich die Tumore ohne BAP1-Mutation sehr deutlich anfärben ließen, wurden die Tumore, die ein defektes BAP1-Gen besaßen, durch die Immunhistochemie nicht angefärbt. Der Vergleich mit den Überlebensdaten der Patienten zeigte, dass die BAP1-Färbung sehr gut geeignet ist, um Tumore mit einem sehr hohen oder sehr niedrigen Risiko zur Metastasierung unterscheiden zu können. Wie die Forscher betonen, kann dieser Nachweis im Rahmen der Routineuntersuchung der Pathologie mit relativ geringem zusätzlichem Aufwand durchgeführt werden und somit Patienten zukünftig Anhaltspunkte für den weiteren Verlauf ihrer Erkrankung geben.

   

Erhöhen TNF-alpha-Inhibitoren das Risiko für weissen Hautkrebs?

17. April 2016

Quelle: aerzteblatt online, 15.April 2016

Weiße Hautkrebserkrankungen, vor allem Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome, treten bei Patienten mit rheumatoider Arthritis häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Die Frage, ob die Behandlung mit TNF-α-Inhibitoren das Risiko für weißen Hautkrebs erhöht, war bislang nicht eindeutig zu beantworten und wurde nun in einer großen Kohortenstudie in Schweden erneut untersucht.

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Ablehnung der S3-LL zur Prävention des Zervix-CA

16. April 2016

Quelle: BDP online, 15.April 2016

Der Bundesverband Deutscher Pathologen e.V. hat zusammen mit anderen in der KoKoZyt* vertretenen Verbänden (BVF, AZÄD, DGZ, AG-CPC, BEZAD*) am 10.04.2016 eine ablehnende Stellungnahme zur Konsultationsfassung der S3-Leitlinine „Prävention des Zervixkarzinoms“ abgegeben. Es ist das erste Mal in der Leitliniengeschichte, dass eine S3-Leitlinie auf so breiten Widerstand stößt und von so wenigen Beteiligten getragen wird.

Die unterzeichnenden Verbände sind der Meinung, dass die Entwicklung einer „echten“ S3-Leitlinie bis zum Vorliegen valider Daten aus Deutschland zurückgestellt werden muss. Die Ergebnisse in anderen Ländern durchgeführter Studien sind aufgrund geringer Evidenz und unterschiedlicher Prävalenz und Strukturen in Deutschland nicht geeignet, Fragen zur Änderung der Richtlinien zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung Frauen zu beantworten.

   

Niedriggradige Gliome: Späte Vorteile einer Chemotherapie

15. April 2016

Quelle: aerzteblatt online, 15.April 2016

Eine zusätzliche Chemotherapie kann die Überlebenszeiten von Patienten mit niedriggradigen Gliomen deutlich verlängern, die nach der Operation bereits eine Radiotherapie erhalten haben. Dies zeigen die Langzeitergebnisse einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine.

An der Studie hatten 251 Patienten mit Astrozytom, Oligodendrogliom oder Oligoastrozytom vom Grad 2 teilgenommen. Die Hälfte der Patienten war unter 40 Jahre alt. Bei ihnen war eine subtotale Resektion des Hirntumors vorgenommen worden. Bei den älteren Patienten war eine Biopsie oder eine Teilresektion durchgeführt worden. Wegen des infiltrativen Wachstums der Gliome ist eine vollständige Entfernung des Tumors in der Regel nicht möglich.

Die Chemotherapie erhöhte die Chancen auf ein progressionsfreies Überleben nach zehn Jahren von 21 auf 51 Prozent und auf ein Gesamtüberleben nach zehn Jahren von 40 auf 60 Prozent. Für beide, progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben, wurde ein Vorteil erst 2 bis 4 Jahre nach der Randomisierung erkennbar. Am größten waren die Vorteile für Patienten mit Oligodendrogliom, einer R132H-Mutation im IDH1-Gen und für jüngere Patienten.

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Personalisierte Medizin in Deutschland verbesserungswürdig

13. April 2016

Quelle: aerzteblatt online, 11.April 2016

Köln- Die Versorgung von Krebspatienten mit Präzisionsmedizin auf der Basis von genetischen Tests zu verbessern, fordert der Direktor der Kliniik I für innere Medizin der Uniklinik Köln, Michael Hallek. Er nannte als ein Beispiel den Lungenkrebs. Bestimmte Tests zur Eignung sogenannter IGF-Rezeptoren-Inhibitoren würden in Deutschland zu selten durchgeführt, was zu Fehl- und Unterversorgung führen könne. Hallek fordert strukturelle Verbesserung, zum Beispiel durch den Aufbau von Zentren oder Netzwerken, damit die Patienten unabhängig von ihrem Wohnort in den Genuss der neuen Behandlungen kämen.

Gleichzeitig empfiehlt Hallek, die Nutzenbewertung neuer Medikamente in der Onkologie grundlegend zu reformieren. Bisher werde nur die Sicherheit und in gewissem Maße die Wirksamkeit geklärt, nicht aber den Nutzen im Alltag, zum Beispiel für ältere Patienten oder in Kombination mit anderen Therapien, sagte er. Eine umfassende Reform sei notwendig, weil in den nächsten Jahren in der Onkologie „extrem viele neue Medikamente zugelassen werden“, so Hallek.

   

IQWiG:Vorteile von Aromatasehemmern bei Brustkrebs in frühem Stadium

10. April 2016

Quelle: aerzteblatt online, 10.April 2016

Köln - Frauen mit Brustkrebs in einem frühen Stadium profitieren von einer Behandlung mit Wirkstoffen aus der der Klasse der Aromatasehemmer. Das geht aus einem Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hervor. Demnach zeigen die verfügbaren Daten für das frühe, nicht aber für das späte Stadium der Erkrankung Vorteile gegenüber Tamoxifen: Die Patientinnen überleben länger und Rezidive treten später auf. Beim fortgeschrittenen Brustkrebs ist die Datenlage laut IQWiG deutlich schlechter.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das Institut beauftragt, mehrere Vergleiche anzustellen: Zum einen sollte das IQWiG die Aromatasehemmer anderen Behandlungsoptionen, insbesondere dem Antiöstrogen Tamoxifen, gegenüberstellen. Zum anderen sollte das Institut prüfen, ob sich die drei zugelassenen Wirkstoffe aus der Klasse (Anastrozol, Exemestan, Letrozol) in Hinblick auf Nutzen oder Schaden unterscheiden.

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Expertensymposium Personalisierte Krebsmedizin 2016

05. April 2016

Quelle: DGIM-onlinekongress

Personalisierte Medizin ist ein Schlüsselbegriff in der Onkologie: Von ihr wird der größte künftige Fortschritt in der Onkologie erwartet, zusammen mit den Immuntherapien. Molekularbiologische Marker sollen dazu beitragen, die Früherkennung und Charakterisierung von Malignomen, die Therapie und Verlaufskontrolle wesentlich zu verbessern. Aber neue Testverfahren und Behandlungsformen wie zielgerichtete Therapien erhöhen die Komplexität der Versorgung und die Kosten. Zwar hat die Zukunft der personalisierten Medizin begonnen, aber nach Ansicht vieler Ärzte und Patienten klafft eine große Lücke zwischen ihrem Potenzial und der Realität bei der stationären und ambulanten Versorgung. Dieser kontroversen Diskussion widmet sich der Themenschwerpunkt Personalisierte Krebsmedizin.

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