22. Mai 2013
Quelle: BRalpha/Collegium Alexandrinum vom 21. Mai 2013
Die wesentliche Aufgabe des Pathologen in der heutigen Zeit ist die histopathologische Diagnostik.Neben der histopathologischen Diagnostik ist in den letzten Jahren die molekularpathologische Diagnostik in den Vordergrund der Aufgaben der Pathologie getreten. Zahlreiche neue zugelassene Krebsmedikamente wirken gegen spezifische genetische Veränderungen in den Krebszellen. Ein typisches Beispiel ist eine Antikörpertherapie gegen das HER2 neu Onkogen bei Brustkrebs (Herceptin) oder eine Antikörpertherapie gegen den EGF-Rezeptor bei Darmkrebs. Wesentlich ist, dass diese Therapien nur bei Patienten wirken, in denen die spezifischen genetischen Veränderungen in den Tumorzellen vorliegen. Deswegen sind molekularpathologische bzw. genetische Untersuchungen am asservierten Tumorgewebe wichtig, um vorherzusagen, welche Patienten von diesen neuen, oft sehr teuren Therapie profitieren werden.
Zusammenfassend ist die molekularpathologische Diagnostik eine wesentliche neue Aufgabe des Pathologen. Die molekularpathologischen Untersuchungen haben sich in den letzten fünf Jahren in Deutschland verfünffacht, und werden heute in 80 Pathologien ortsnah angeboten.
Unter dem folgenden Link sehen Sie einen Filmbeitrag mit Prof. Dr. Arndt Hartmann ...
21. Mai 2013
Quelle: aerzteblatt.de, 17.Mai 2013
Bei Magen- und Ösophaguskarzinomen ist die Expression des epidermalen Wachstumsfaktors (EGFR) mit einer schlechten Prognose assoziiert. Der monoklonale Antikörper Cetuximab blockiert das EGFR-Protein. Die Anwendung von Cetuximab ist bislang auf Kolorektalkarzinome (k-ras-Wildtyp) und auf Kopf-Hals-Malignome beschränkt. Nun ist in einer randomisierten, nicht verblindeten klinischen Studie die Wirksamkeit von Cetuximab bei fortgeschrittenem Magenkarzinom geprüft worden.
In einer der weltweit größten klinischen Studien, die je bei Patienten mit nicht operablen Magenkarzinomen durchgeführt wurde, hat sich das progressionsfreie Überleben durch Zugabe von Cetuximab zur Chemotherapie nicht verbessern lassen. Wegen erhöhter Grad-3/4-Toxizität bei Hinzufügen das Antikörpers raten die Onkologen in dieser Indikation von einer Cetuximabtherapie ab. Lesen Sie hier mehr...
16. Mai 2013
In den Medien sorgt derzeit die prophylaktische Mastektomie für viel Aufmerksamkeit. Wie sollen sich nun die Ärzte verhalten, die von besorgten Frauen konsultiert werden, weil es in der Familie einen Brustkrebsfall gibt? Sollen diese Frauen zur Gendiagnostik geschickt werden?
Frauen mit einer Mutation im Gen BRCA1 oder BRCA2 haben ein 5- bis 20-fach erhöhtes Risiko, Brust- und Eierstockkrebs zu entwickeln. Ihr Erkrankungsrisiko kann durch prophylaktische Mastektomie und Adnektomie gesenkt werden. Zur Reduktion des Mammakarzinomrisikos kommt alternativ auch eine engmaschige bildgebende Überwachung infrage.
Welche Strategie im Hinblick auf das Überleben besser ist, ist bisher nicht empirisch untersucht. Nach einer Berechnung von Ärzten aus Stanford haben diejenigen Frauen die beste Prognose, bei denen vorsorglich mit 25 die Brüste abgenommen und mit 40 die Eierstöcke entfernt werden.
Ohne präventive Maßnahmen liegt der Modellrechnung zufolge die Wahrscheinlichkeit, den 70. Geburtstag zu erleben, bei BRCA1- und BRCA2-Trägerinnen nur bei 53 bzw. 71 Prozent. Die am stärksten lebensverlängernde Einzelmaßnahme ist bei BRCA1-Mutation die Adnektomie, sie bringt eine absolute Verlängerung um 15 Prozent auf 68 Prozent. Bei Mutation von BRCA-2 ist dies die Mastektomie mit 40, sie erhöht die Überlebenschance bis 70 um sieben Prozent. Durch Mastektomie plus Ovarektomie im Alter von 40 steigt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei BRCA1-Trägerinnen um 24 und bei BRCA2-Trägerinnen um 11 Prozent.
15. Mai 2013
In diesen Tagen geht die Meldung durch die Presse, dass der US-Star Angelina Jolie sich die Brüste hat amputieren lassen, weil sie als Trägerin eines bestimmten Gens einem erhöhten Risiko von Brustkrebs ausgesetzt ist. Bei Tagesschau24 war Frau Dr. Ursula Scholz vom Brustkrebszentrum Hamburg-Eppendorf zu Gast, erklärte die Zusammenhänge und welche Frauen davon betroffen sein könnten.
(Bild + Video: www.tagesthemen.de)
03. Mai 2013
Inzidenz, Ätiologie, Diagnostik, Therapie und Arbeitsmedizin
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 3. Mai 2013
Die Inzidenz des malignen Mesothelioms liegt in Deutschland bei etwa 20 Erkrankungen pro 1 Mio. Einwohner. Trotz langjährigem Asbestverarbeitungsverbot steigt die Anzahl der Erkrankungsfälle mit Mesotheliom stetig aufgrund der langen Latenzzeit (im Mittel 50 Jahre). Die Zahl der Erkrankungen erreicht vorraussichtlich 2015- 2030 ein Plateau. Die Mehrheit der Mesotheliome manifestiert sich in der Pleura. Der histologische Subtyp und der Karnofsky-Index stellen die relevanten Prognosefaktoren dar. Es liegen nur limitierte Daten zur besten Kombination der Behandlungsmöglichkeiten (Chemotherapie, Operation, Radiatio) vor. Die Prognose mit mittleren Überlebenszeiten von 12 Monaten ist weiterhin ungünstig. Somit sind die Symptomkontrolle und die Wahrung der Lebensqualität wesentliche Aspekte der Nachsorge.
Die klinischen Symptome sind in der Regel uncharakteristisch. Aufgrund des heterogenen Bildes kann bis zu einem halben Jahr zwischen den ersten klinischen Symptomen und einer abschließenden Diagnose liegen. Je nach Mesotheliomsubtyp werden bei mehr als 50 % der pleuralen Mesotheliomerkrankungen Tumorzellen in den Pleuraerguss abgeben. Da zytologische Merkmale sowohl bei reaktivem als auch malignem Geschehen auftreten, schließt eine negative Zytologie ein Mesotheliom nicht aus.
Die Mesotheliomdiagnostik stellt durch die Variabilität des histologischen Erscheinungsbildes eine Herausforderung dar. Die Diagnose sollte durch einen spezialisierten Lungenpathologen (gegebenenfalls ein Referenzzentrum) erfolgen. Sie erfordert eine enge Kooperation zwischen Chirurgen und Pathologen.
Anhand der histomorphologisch führenden Wachstumsmuster werden epitheloide, biphasische und sarkomatoide Mesotheliomsubtypen unterschieden. Immunhistochemische Zusatzuntersuchungen sind obligatorisch. Einen einzelnen spezifischen Marker für Mesotheliome gibt es nicht, deshalb werden je nach differenzialdiagnostischer Fragestellung unterschiedliche Markerkombinationen eingesetzt. Lesen Sie hier weiter...
30. April 2013
Quelle: aerzteblatt.de, EB, 110(17)
Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) und vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg wiesen im Blut von Mammakarzinompatientinnen erstmals Krebszellen nach, die Metastasen auslösen können. Diese zirkulierenden Zellen (CTCs) weisen Merkmale von Krebsstammzellen auf und sind durch drei Oberflächenproteine charakterisiert (Nature Biotechnology 2013, doi: 10.1038/nbt.2576). Patientinnen, in deren Blut eine große Anzahl dieser Zellen nachweisbar ist, zeigen einen ungünstigeren Krankheitsverlauf.
Um ihre molekularen Eigenschaften zu charakterisieren, analysierten die Forscher die Oberflächenmoleküle der CTCs, bei denen die Zelltransplantation zu Metastasen geführt hatte. In einer systematischen Fahndungsaktion isolierte man zunächst Zellen, die ein typisches Eiweiß für Brustkrebsstammzellen auf ihrer Oberfläche tragen (CD44). Das Protein hilft der Zelle, sich im Knochenmark festzusetzen. Diese Zellpopulation wurde wiederum nach bestimmten Oberflächenmarkern durchkämmt, die den Zellen beim Überleben in fremdem Gewebe helfen. Dazu zählen beispielsweise ein Signalmolekül, das vor Angriffen des Immunsystems schützt (CD47), und ein Oberflächenrezeptor, der die Wanderbereitschaft und Invasionsfähigkeit der Zellen steigert (MET).
Je nach Patientin machten Zellen, die alle drei Oberflächenmoleküle ausbilden („dreifachpositiv“), zwischen 0,6 und 33 Prozent der gesamten CTCs aus. „Wir haben mit den dreifachpositiven Zellen nicht nur einen vielversprechenden Biomarker für den Verlauf von metastasierendem Brustkrebs gefunden, sondern damit gleichzeitig auch neue mögliche therapeutische Ansätze für fortgeschrittenen Brustkrebs aufgezeigt“, sagt Trumpp.
26. April 2013
Quelle: Ärztezeitung online, 26. April 2013
Die Anzahl der Krebserkrankungen steigt, Prävention soll ausgebaut werden. Dafür werden Pathologen von Zuweisern dringend gebraucht. Die Fachgruppe ärgert sich über die neue Bedarfsplanung.

Die Gesetzgebung des Bundes und die Bedarfsplanung der Selbstverwaltung im gesundheitswesen stehen in einem Konflikt. Der Gesetzgeber sorgt zwangsläufig für mehr Fälle bei den Pathologen, indem er mit dem Krebsregistergesetz ein Einladungssystem für die Darmkrebs- und die Gebärmutterhalskrebs- früherkennung einführt.
Gleiches gilt für den Entwurf des Präventionsgesetzes, der das Ziel vorgibt, die Mortalität bei Brustkrebs zu senken. Die verpflichtende Teilnahme an Tumorkonferenzen und generell die Alterung der Gesellschaft sorgen für weitere Arbeitsverdichtung bei der Fachgruppe. Nach Auffassung der Pathologen steht die Bedarfsplanungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses im Widerspruch zu diesen Entwicklungen. Mit der Richtlinie werden erstmals auch die hoch spezialisierten Fachgruppen überplant, darunter auch die Pathologen.
Für den Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, Professor Werner Schlake, führt dies zu Einschränkungen der pathologischen Versorgung. Erste negative Auswirkungen der Bedarfsplanungsrichtlinie, die seit diesem Jahr in Kraft ist, seien bereits spürbar. Zusätzliche Sitze seien verweigert worden.
25. April 2013
Sehen Sie hier unseren kurzen Film über die Pathologietage 2013 in Berlin, die gemeinsam vom Bundesverband deutscher Pathologen e.V. und dem Dachverband für Technolog/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin vom 19.-21.4.2013 in Berlin veranstaltet wurden.
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