Paradigmenwechsel in der Diagnostik und Therapie des Lungen-CA

22. August 2014

Quelle: aerzteblatt online, 19. August 2014

Köln. In der Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms vollzieht sich ein Paradig­menwechsel. Meist ausgehend von größeren Krebszentren und vernetzten wissen­schaftlichen Institutionen wird nach molekularen Veränderungen gesucht, die Angriffs­punkte für zielgerichtete Medikamente sein können, auch wenn die Substanzen teilweise noch in früher klinischer Prüfung sind oder bei anderen Tumorentitäten getestet werden.

das US- amerikanische Lung Cancer Mutation Consortium hat an 14 onkologischen Schwerpunkt- und Exzellenzzentren mit Hilfe von Multiplex-Tests bioptisches Material auf zehn für das Tumorwachstum maßgebliche „Treibergene“ untersucht. Die Frage war, wie häufig mindestens eine dieser onkogenen „Treiber“ vorkommt und ob sich das Über­leben durch eine dem Genotyp angepasste Therapie verbessern lässt (JAMA 2014; 311 (19):1998-2006.doi:10.1001/jama.2014.3741).

Zwischen 2009 und 2012 wurden Gewebeproben von 1.007 Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom der Lunge auf mindestens eine der 10 „Treibergene“ analysiert und Tumoren von 733 Patienten auf alle zehn Gene. Bei 64 Prozent von ihnen identifizierten die Forscher mindestens ein „Treibergen“: am häufigsten spezifische Änderungen in den Genen KRAS (25 Prozent), EGFR (17 Prozent) und so genannte ALK-Genrearrangements (8 Prozent). Zwei und mehr onkogene „Treiberalterationen“ fanden sich bei drei Prozent der Tumoren.

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PALB2: Brustkrebsgen mit hohem Lebenszeitrisiko

10. August 2014

Quelle: aerzteblatt online, 8.August 2014

Cambridge – Jede dritte Frau mit einer Mutation im PALB2-Gen, die zum Funktions­verlust des kodierten Proteins führt, erkrankt im Verlauf ihres Lebens an einem Mammakarzinom. Dies berichtet ein internationales Forscherteam im New England Journal of Medicine (2014; 371: 497-506).

Das PALB2-Gen wurde bereits 2007 entdeckt. Sind beide Allele auf den Chromosomen betroffen, kommt es zur Fanconi-Anämie. Mit Brustkrebserkrankungen wurde PALB2 ebenfalls in Verbindung gebracht, doch das Ausmaß des Risikos wurde offenbar unterschätzt. Ein Team um Marc Tischkowitz von der Universität Cambridge in England hat jetzt 362 Mitglieder aus 154 Familien untersucht, bei denen eine PALB2-Mutation gefunden wurde. Darunter waren 311 Frauen, von denen 229 an Brustkrebs erkrankt waren, sowie 51 Männer, von denen 7 erkrankt waren.

Die Frauen hatten im Alter von unter 40 Jahren ein acht- bis neunfach erhöhtes Brustkrebsrisiko, im Alter von 40 bis 60 Jahren war es sechs- bis achtfach erhöht, und im Alter über 60 Jahre erkrankten die Frauen noch fünfmal häufiger als Frauen ohne PALB2-Mutation. Der Grund für den relativen Rückgang des Risikos im Alter ist unklar. Tischkowitz ermittelt ein kumulatives Risiko von 14 Prozent bis zum 50. Lebensjahr und von 35 Prozent bis zum 70. Lebensjahr. Die Bedeutung für die betroffenen Frauen ist damit fast so hoch wie bei BRCA1 beziehungsweise BRCA2, deren Trägerinnen zu 50 Prozent beziehungsweise zu 55 bis 60 Prozent im Verlauf ihres Lebens an Brustkrebs erkranken.

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FDA: Verlässlichkeit diagnostischer Tests soll verbessert werden

03. August 2014

Quelle: ärzteblatt online, 1. August 2014

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA will ihre Zuständigkeit auf spezielle Labortests ausweiten, die in den letzten Jahren im Rahmen der personalisierten Medizin entwickelt wurden. Eine Regulierung der Tests sei notwendig, um Patienten vor den Folgen falscher Ergebnisse zu schützen, argumentiert die Behörde.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Tests gestiegen, die zu speziellen Fragestellungen durchgeführt werden. Ein Beispiel ist der Nachweis des Brustkrebsgens BRCA1, dessen Ergebnis betroffene Frauen vor die Frage einer prophylaktischen Mastektomie stellt. Ein anderes Beispiel sind Genexpressionstests wie Oncotype DX, der die Aktivität von 21 Genen in Tumorzellen misst und vorhersagen soll, ob eine Patientin von einer adjuvanten Chemotherapie profitiert oder nicht.

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Magenkrebs: Adenokarzinom zerfällt genetisch in vier Subtypen

28. Juli 2014

Quelle: arzteblatt online, 25.Juli 2014

Boston - Die molekulargenetische Katalogisierung des gastralen Adenokarzinoms könnte zu einer neuen Klassifizierung der häufigsten Magenkrebsform führen. Das Cancer genom Atlas Research Network schlägt im Nature eine Einteilung in vier Subtypen vor.

Die bisherige Klassifikation des Adenokarzinoms nach histologischen Subtypen (Lauren-Klassifikation, WHO-Einteilung) hatte keine Auswirkungen auf die Behandlung des gastralen Adenokarzinoms. In den Studien wird der Tumor als eine Entität betrachtet und in der Klinik gleich behandelt, obwohl die Tumoren unterschiedliche Ursachen (Helico­bacter pylori, Epstein-Barr-Virus, Ernährung, Rauchen) haben und die Häufigkeit regional sehr unterschiedlich ist. Das Team um Adam Bass von Dana-Farber Cancer Institute in Boston hat deshalb für seine molekulargenetischen Untersuchungen Tumore aus allen Teilen der Erde gesammelt.

Die Präparate von 295 unbehandelten Patienten wurden einer intensiven molekulargenetischen Analyse unterzogen. Bei allen Tumoren sequenzierten die Forscher die protein-kodierenden Anteile des Genoms. Sie suchten dabei nach Mutationen, Deletionen oder Duplikationen von Genabschnitten. Sie bestimmten den Methylierungsstatus der DNA, der die Aktivierung einzelner Gene beeinflusst, und sie sequenzierten die Messenger-RNA und die MicroRNA um herauszufinden, welche Gene aktiv waren und welche Schlüsselproteine in den Krebszellen gebildet wurden.

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B-Zell-Tumore: EMA für Zulassung von Ibrutinib und Idelalisib

27. Juli 2014

Quelle: aerzteblatt online, 25.Juli 2014

Einen Tag nach der US-amerikanischen FDA hat auch die europäische Zulassungsbehörde EMA grünes Licht für die Einführung des Kinase-Inhibitors Idelalisib (Zydelig) gegeben. Auch der im Februar in den USA eingeführte Wirkstoff Ibrutinib, ein Kinase-Inhibitor mit anderem Angriffspunkt, dürfte demnächst als Imbruvica eingeführt werden, sofern die Europäische Kommission keine Einwände erhebt, was nicht zu erwarten ist.

Die beiden Wirkstoffe hemmen an unterschiedlichen Stellen den Signalfluss in B-Zellen, was die Proliferation stoppt und zum Absterben der Zellen führt, aus denen die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) und eine Reihe von Lymphomen bestehen.

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EBV-aktuell: Aktualisierung S1-Leitlinie Prostatakarzinom

25. Juli 2014

Quelle: BDP, 25.Juli 2014

Die S1-Leitlinie Prostatakarzinom des Bundesverbandes Deutscher Pathologen und der Deutschen Gesellschaft für Pathologie ist in der 3. Auflage erschienen. Pathologen wie Urologen gibt sie Hilfestellungen für die optimale Registrierung, Bearbeitung und Befunderhebung von Zytologien, Biopsien, transurethralen Resektionen sowie Prostatektomiepräparaten. Neuere Publikationen, insbesondere der International Society of Urological Pathology (ISUP), wurden in der Überarbeitung der Anwendungsleitlinien aus den Jahren 2009 und 2011 berücksichtigt.

   

KBV- Praxisinformation:Münchener Nomenklatur III

23. Juli 2014

Quelle: BDP, 23.Juli 2014

Nach rund 25 Jahren Gültigkeit ist die Münchner Nomenklatur II am 1. Juli durch eine aktualisierte Version abgelöst worden. Die Koordinations-Konferenz Zytologie, ein Zusammenschluss der an der zytologischen Diagnostik beteiligten Fachgesellschaften und Berufsverbände, hat das Befundschema aufgrund neuer Erkenntnisse zur Tumorbiologie des Zervixkarzinoms angepasst. Darüber hinaus kann das deutsche Modell nun in die international gebräuchliche Klassifikation des Bethesda-Systems „übersetzt“ werden. Das verbessert die statistische Auswertung und weltweite Vergleichbarkeit der Daten.

Die bekannte Einteilung in Gruppen versehen mit römischen Ziffern bleibt. Die neue Nomenklatur enthält aber weitere Untergruppen, die mit Suffixen gekennzeichnet sind. Das ermöglicht eine differenziertere Unterteilung. Auch wurde bei der jeweiligen Definition präziser formuliert, die Befunde können somit klarer zugeordnet werden.

Die QS-Vereinbarung Zervix-Zytologie schreibt in der derzeit geltenden Fassung für die Befunddokumentation und die Jahresstatistik die Anwendung der alten Münchner Nomenklatur II vor. Zum 1. Januar 2015 wird die QS-Vereinbarung Zervix-Zytologie an die neue Münchner Nomenklatur III angepasst. Die neue Nomenklatur muss dann sowohl bei der Befunddokumentation als auch für die Jahresstatistik ab Berichtsjahr 2015 genutzt werden.

   

Immunsignatur kann Krebstumoren aufspüren

18. Juli 2014

Quelle: aerzteblatt online, 16.Juli 2014

Tempe – Durch ihr anarchistisches Wachstum und die Bildung ständig neuer Antigene veranlassen Krebstumore das Immunsystem zur Bildung einer Vielzahl von Antikörpern. US-Forscher sehen darin einen neuen Ansatz für die Krebsdiagnostik.Das Immunsystem reagiert auf neue Proteine (Antigen) mit der Bildung von Antikörpern. Tumore produzieren im Verlauf der Erkrankung immer wieder neue Antigene. Sie hinter­lassen mit der Zeit im Blut des Patienten eine Mischung von Antikörpern, die Phillip Stafford vom Biodesign Institute der Arizona State University in Tempe als Immunsignatur bezeichnet.

Mit konventionellen Tests sind die Antikörper nur zu ermitteln, wenn die Neoantigene bekannt sind, was selten der Fall ist. Stafford setzt deshalb auf eine Massen-Analyse von Antikörpern. Sie ist heute mit Micro-Arrays möglich, die in einem Durchgang Tausende von Antikörpern nachweisen können.

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