Mamma-CA: Marker geben Aufschluss über Heilungschancen

22. Oktober 2014

Quelle: aerztezeitung online, 22.Oktober 2014

Sind im Gewebe von Mammakarzinomen des Luminaltyps die Marker MET und CD47 nachweisbar, spricht das für eine schlechte Prognose. Betroffene Patientinnen leben im Schnitt rund zehn Jahre kürzer als Frauen, bei denen beide Tests negativ sind.

Heidelberg. Welche Rolle spielen die Rezeptortyrosinkinase MET und das Transmembranprotein CD47, ein Ligand von SIRPalpha (Signal Regulatory Protein), für die Metastasierung und Prognose von Mammakarzinomen des Luminaltyps? Diese Frage hat sich eine Arbeitsgruppe um die Stammzellforscherin Irène Baccelli vom Deutschen Krebsforschungszentrum und den Pathologen Albrecht Stenzinger von der Universitätsklinik in Heidelberg gestellt.

Im vergangenen Jahr hatten sie ihre diesbezüglichen Untersuchungen zu im Blut zirkulierenden Krebszellen veröffentlicht. Sie konnten damals zeigen, dass MET und CD47 auf jenen Zellen - meist CD44-exprimierenden Brustkrebs-Stammzellen - koexprimiert sind, welche die Metastasierung anbahnen. Nun wollten die Heidelberger Wissenschaftler herausfinden, ob die genannten Marker bereits in den Primärtumoren vorhanden sind - und wie sich dies auf das Überleben der Patientinnen auswirkt.

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Zervixdysplasien: Analer Pap-Test lohnt sich

16. Oktober 2014

Quelle: aerztezeitung online, 16.Oktober 2014

Frauen mit hochgradigen Zervixdysplasien haben womöglich auch ein höheres Risiko für Analkarzinome. Darauf deutet eine neue Studie hin.

Die Entstehung von Analkarzinomen wird ebenso wie die von Gebärmutterhalskrebs mit onkogenen humanen Papillomaviren (HPV) in Verbindung gebracht. Dementsprechend mehren sich Hinweise, dass Frauen mit hochgradigen Zervixdysplasien ein erhöhtes Risiko nicht nur für Zervixkarzinome, sondern außerdem für Analkarzinome haben. Für diesen Zusammenhang sprechen auch die Ergebnisse einer prospektiven Studie, in der versucht wurde, den Zusammenhang zwischen Dysplasien der Zervix und analer Infektion mit humanen Papillomaviren und Zytologie zu quantifizieren:

Bei jeder dritten Teilnehmerin (32,5 Prozent), die zur Abklärung eines auffälligen zervikalen Pap-Tests an eine spezialisierte Klinik überwiesen worden war, förderte der Analabstrich Hochrisiko-HP-Viren zutage. Zudem wurden bei etwa jeder sechsten Frau (17,6 Prozent) abnorme Zellveränderungen entdeckt, wie die Studienautoren um Jacqueline Lammé vom Naval Medical Center in San Diego in der Zeitschrift "Obstetrics & Gynecology" berichten.

   

Lymphome als seltene Spätfolgen

14. Oktober 2014

Quelle: aerztezeitung online, 7.Oktober 2014

Wien. Eine internationale Studiengruppe hat unter Beteiligung des Wiener Pathologen Professor Lukas Kenner den Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und der Entstehung von Lymphomen, die im Narbengewebe um das Transplantat wachsen, untersucht.

Die Forscher gehen davon aus, dass Brustimplantate eine neue Unterart des seltenen, aber bösartigen Lymphdrüsenkrebses ALCL auslösen können. Zu diesem Ergebnis kamen die Autoren nach Analyse vieler weltweit verfügbarer Studien und Daten. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Mutation Research" veröffentlicht. Weltweit gibt es 71 Fälle, bei denen Wissenschaftler davon ausgehen, dass Brustimplantate ursächlich für die Entstehung von ALCL (Anaplastic Large Cell Lymphoma) verantwortlich sind. ALCL ist eine zwar seltene aber aggressive Form von Lymphdrüsenkrebs.

ALCL im Brustbereich gibt es fast ausschließlich bei Patientinnen mit Brustimplantaten. ALCL entwickelte sich bei den Betroffenen rund zehn Jahre nach der Implantation. Die Tumore wuchsen dabei im Narbengewebe rund um das Implantat.

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BRCA 1/2 erhöhen Risiko auf Speicheldrüsenkrebs

12. Oktober 2014

Quelle: aerzteblatt online, 9. Oktober 2014

Träger der Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 erkranken offenbar häufiger an Speicheldrüsenkrebs.

In den letzten Jahren wurde deutlich, dass die BRCA1- und 2-Gene nicht allein das Risiko auf Mamma- und Ovarialkarzinom erhöhen. Da die Mutationen in allen Zellen des Körpers die Selbstreparatur der DNA behindern, wurden Verbindungen mit anderen Krebserkrankungen vermutet. Inzwischen gilt eine Assoziation mit Prostata- und Pankreaskarzinomen als gesichert.

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Protein klärt Genese des Schilddrüsen-CA

08. Oktober 2014

Quelle: aerztezeitung online , 08.Oktober 2014

Neuherberg. Die Expression des Proteins CLIP2 gibt Auskunft darüber, ob ein papilläres Schilddrüsen-Karzinom strahleninduziert oder sporadisch entstanden ist, meldet das Helmholtz Zentrum München.

Damit hätten Mitarbeiter des Forschungszentrums einen neuen Biomarker für die Ursachendiagnostik dieser Tumorerkrankung identifiziert. CLIP2 dient als Strahlenmarker: Nach einer Strahlenbelastung durch radioaktives Iod seien sowohl die Genaktivität als auch die Proteinexpression erhöht. 

Durch den Biomarker ließen sich Rückschlüsse auf die Mechanismen der Entstehung eines solchen Tumors ziehen, und es lasse sich beurteilen, welches Risiko für Schilddrüsenkrebs nach einer hohen Strahlenbelastung, etwa nach einem Strahlenunfall, besteht.Die genaue Funktion von CLIP2 bei der Entstehung von Schilddrüsen-Karzinomen ist noch nicht bekannt. Die Rekonstruktion des Gen-regulatorischen Netzwerks lasse aber darauf schließen, dass CLIP2 an fundamentalen Prozessen der Krebsentstehung beteiligt sei, heißt es in der Mitteilung.

   

Neue Patientenleitlinie zum Ovarialkarzinom

06. Oktober 2014

Quelle: aerzteblatt online, 6.Oktober 2014

Berlin - Eine neue Patientenleitlinie "Eierstockkrebs" hat das ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) vorgestellt. Sie beruht auf den Handlungsempfehlungen der aktuellen ärztlichen S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren“ und damit auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen.

Die Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben die Patientenleitlinie über das Leitlinienprogramm Onkologie ermöglicht, das ÄZQ hat die Redaktion übernommen.

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Pathologie: Im Dienst der Lebenden

02. Oktober 2014

Quelle: Zeit online, 30.September 2014

Der ZEIT-Redakteur Markus Schleufe hat sich bei Dr. Ulrike Goldmann in Berlin über Ihre Arbeit als Pathologin informiert...

Pathologen untersuchen ausschließlich Leichen? Stimmt nicht. Die Obduktion Toter kommt nur selten vor. Wenn Ulrike Goldmann von ihrer Arbeit als Pathologin erzählt, heißt es oft: Oh, sie sind Gerichtsmedizinerin? Die Arbeit mit Verbrechensopfern ist sicher spannend. Dann muss Goldmann einiges richtig stellen. "Der Beruf des Pathologen wird oft verwechselt mit dem des Gerichtsmediziners, der sich mit den Opfern von Straftaten beschäftigt. Meine Arbeit hat damit jedoch nichts zu tun", sagt Goldmann. Ganz im Gegenteil: Nur ein ganz kleiner Teil der Arbeit hat auch mit der Untersuchung von verstorbenen Menschen zu tun. "Wir ermitteln die Todesursache, wenn sie nicht eindeutig ist", sagt die Pathologin. Doch der überwiegende Teil der Arbeit betrifft lebende Menschen: Denn in der Pathologie werden vor allem Gewebeproben untersucht.

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Mamma-CA: Duale Antikörpertherapie verlängert Lebenszeit

30. September 2014

Quelle: aerzteblatt online, 29.September 2014

Washington – Der doppelte Angriff auf den Rezeptor des Wachstumsfaktors HER2 kann die Überlebenszeiten von Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom deutlich verlängern. Dies zeigen die jetzt auf der Jahrestagung der European Society für Medical Oncology in Madrid vorgestellten Abschlussergebnisse einer randomisierten Studie.

Mit Trastuzumab war im Jahr 2000 der erste monoklonale Antikörper zur Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms eingeführt worden. Trastuzumab blockiert den humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2), den die Krebszellen bei etwa einem Fünftel der Mammakarzinome ausbilden. Im letzten Jahr kam Pertuzumab vom gleichen Hersteller auf den Markt. Pertuzumab bindet ebenfalls an HER2, hat dort jedoch eine etwas andere Wirkung, weshalb der Wirkstoff nicht als Alternative zu Trastuzumab angeboten wird, sondern als Kombinationspartner. Die maßgebliche Studie war die CLEOPATRA-Studie (CLinical Evaluation Of Pertuzumab And TRAstuzumab), deren erste Ergebnisse 2012 auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) vorgestellt und im new England Journal of Medicine publiziert wurden.

Die Studie hatte 808 Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Mammakarzinom auf eine Behandlung mit Placebo plus Trastuzumab oder auf Pertuzumab plus Trastuzumab randomisiert, wobei alle Patientinnen zusätzlich eine Chemotherapie mit Docetaxel erhielten. Schon 2012 zeichnete sich ab, dass die Teilnehmerinnen im nicht mehr heilbaren Stadium ihrer Krebserkrankung ungewöhnlich lange Überlebenszeiten hatten.

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