Auf dem richtigen Weg

11. September 2014

Quelle: aerztezeitung online, 11.September 2014

Auf der stratifizierten Medizin ruhen in der Onkologie große Hoffnungen. In kaum einem anderen Bereich tut sich zurzeit so viel wie bei den mutationsspezifischen Therapien.

Für Kranke sind die neuen Optionen ein bedeutender Fortschritt. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs schneiden die Therapien bei Ansprechrate und Überleben deutlich besser ab als die Chemotherapie.Zudem erlaubt der molekulargenetische Ansatz, die Patienten herauszufinden, bei denen eine Therapie wahrscheinlich nicht anschlägt. Das kann ihnen viel Leid ersparen. Wichtig ist, dass diese Fortschritte möglichst vielen Kranken zur Verfügung stehen und nicht nur denen, die das Glück haben, in der Nähe engagierter Ärzte und gut ausgestatteter Kliniken zu wohnen. Der Ansatz des Kölner Netzwerks Genomische Medizin Lungenkrebs weist in die richtige Richtung. Die Mediziner setzen auf die Bündelung der Diagnostik und die Kooperation mit den Behandlern vor Ort. 

Der Zugang zu den neuen Therapien darf auch nicht vom Portemonnaie der Patienten abhängen. Deshalb ist die Initiative der AOK Rheinland/Hamburg zu begrüßen, die als erste Kasse bei ihren Versicherten die molekular-genetische Diagnostik durch das Netzwerk übernimmt.

 

Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie

09. September 2014

Quelle: aerzteblatt online, August 2014

Die aktualisierte Fassung der Qualitätssicherungsvereinbarung der Zervix- Zytologie tritt zum 1. Januar 2015 in Kraft

Die Partner des Bundesmantelvertrags haben eine Überarbeitung der "Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur zytologischen Untersuchung von Abstrichen der Cervix uteri“ (QS-Vereinbarung Zervix-Zytologie) beschlossen. Die überarbeitete Vereinbarung tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Nachfolgend werden die wesentlichen Änderungen gegenüber der noch bis zum 31. Dezember 2014 geltenden Fassung erläutert. 

Seit dem 1. Juli 2014 gilt die neue Münchener Nomenklatur III für die gynäkologische Zytodiagnostik der Cervix uteri. Hintergrund der Aktualisierung sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Tumorbiologie des Zervixkarzinoms sowie eine verbesserte statistische Auswertung und internationale Übersetzbarkeit insbesondere auch in das international gebräuchliche Bethesda System. Mit Inkrafttreten der überarbeiteten QS-Vereinbarung zum 1. Januar 2015 sind Vertragsärzte verpflichtet, ihre Befunddokumentation gemäß §6 Abs. 4 und ihre Jahresstatistik gemäß §8 Abs. 1 der QS-Vereinbarung nach der neuen Münchener Nomenklatur III zu erstellen.

Die neue Münchener Nomenklatur finden Sie mit diesem Link

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Darmkrebstod bleibt nach Polypektomie möglich

31. August 2014

Quelle: aerzteblatt online, 28.August 2014

Oslo – Die Polypektomie bei der Darmkrebskoloskopie soll die Patienten vor einem späteren Tod am Darmkrebs schützen. Dies war in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie aus Norwegen im new England Journal of Medicine jedoch nur bei „Low-Risk“-Adenomen nachweisbar. Patienten mit „High-Risk“-Adenomen hatten in den Folgejahren im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung weiterhin ein erhöhtes Risiko, am Darmkrebs zu sterben, was die Bedeutung von Nachsorgeuntersuchungen unterstreicht.

In Norwegen werden alle Patienten, bei denen bei einer Koloskopie Adenome entdeckt werden, an das landesweite Krebsregister gemeldet. Dort werden auch alle Darm­krebser­krankungen sowie die Todesfälle an der Krankheit registriert. Magnus Løberg von der Universität Oslo und Mitarbeiter konnten deshalb relativ leicht ermitteln, dass von den 40.826 Patienten, bei denen von 1993 bis 2007 bei einer Koloskopie Adenome entfernt wurden, in der Folgezeit von durchschnittlich 7,7 Jahren 1273 Patienten an Darmkrebs erkrankt und 398 daran gestorben sind.

Die Darmkrebsvorsorge, die in Deutschland ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre empfohlen wird, sieht relativ kurze Intervalle vor, wenn bei der Darmspiegelung verdächtige Adenome entdeckt werden. Schon für „Patienten mit 1 oder 2 Adenomen von der Größe von unter 1 cm ohne höhergradige intraepitheliale Neoplasie“ empfiehlt die geltende S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechsel­krankheiten eine Kontrollkoloskopie nach 5 Jahren. Bei „Patienten mit 3-10 Adenomen, oder mindestens einem Adenom, das 1 cm oder größer ist, oder einem Adenom mit villöser Histologie“ wird sogar nach 3 Jahren zur Kontrollkoloskopie geraten.

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Paradigmenwechsel in der Diagnostik und Therapie des Lungen-CA

22. August 2014

Quelle: aerzteblatt online, 19. August 2014

Köln. In der Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms vollzieht sich ein Paradig­menwechsel. Meist ausgehend von größeren Krebszentren und vernetzten wissen­schaftlichen Institutionen wird nach molekularen Veränderungen gesucht, die Angriffs­punkte für zielgerichtete Medikamente sein können, auch wenn die Substanzen teilweise noch in früher klinischer Prüfung sind oder bei anderen Tumorentitäten getestet werden.

das US- amerikanische Lung Cancer Mutation Consortium hat an 14 onkologischen Schwerpunkt- und Exzellenzzentren mit Hilfe von Multiplex-Tests bioptisches Material auf zehn für das Tumorwachstum maßgebliche „Treibergene“ untersucht. Die Frage war, wie häufig mindestens eine dieser onkogenen „Treiber“ vorkommt und ob sich das Über­leben durch eine dem Genotyp angepasste Therapie verbessern lässt (JAMA 2014; 311 (19):1998-2006.doi:10.1001/jama.2014.3741).

Zwischen 2009 und 2012 wurden Gewebeproben von 1.007 Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom der Lunge auf mindestens eine der 10 „Treibergene“ analysiert und Tumoren von 733 Patienten auf alle zehn Gene. Bei 64 Prozent von ihnen identifizierten die Forscher mindestens ein „Treibergen“: am häufigsten spezifische Änderungen in den Genen KRAS (25 Prozent), EGFR (17 Prozent) und so genannte ALK-Genrearrangements (8 Prozent). Zwei und mehr onkogene „Treiberalterationen“ fanden sich bei drei Prozent der Tumoren.

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PALB2: Brustkrebsgen mit hohem Lebenszeitrisiko

10. August 2014

Quelle: aerzteblatt online, 8.August 2014

Cambridge – Jede dritte Frau mit einer Mutation im PALB2-Gen, die zum Funktions­verlust des kodierten Proteins führt, erkrankt im Verlauf ihres Lebens an einem Mammakarzinom. Dies berichtet ein internationales Forscherteam im New England Journal of Medicine (2014; 371: 497-506).

Das PALB2-Gen wurde bereits 2007 entdeckt. Sind beide Allele auf den Chromosomen betroffen, kommt es zur Fanconi-Anämie. Mit Brustkrebserkrankungen wurde PALB2 ebenfalls in Verbindung gebracht, doch das Ausmaß des Risikos wurde offenbar unterschätzt. Ein Team um Marc Tischkowitz von der Universität Cambridge in England hat jetzt 362 Mitglieder aus 154 Familien untersucht, bei denen eine PALB2-Mutation gefunden wurde. Darunter waren 311 Frauen, von denen 229 an Brustkrebs erkrankt waren, sowie 51 Männer, von denen 7 erkrankt waren.

Die Frauen hatten im Alter von unter 40 Jahren ein acht- bis neunfach erhöhtes Brustkrebsrisiko, im Alter von 40 bis 60 Jahren war es sechs- bis achtfach erhöht, und im Alter über 60 Jahre erkrankten die Frauen noch fünfmal häufiger als Frauen ohne PALB2-Mutation. Der Grund für den relativen Rückgang des Risikos im Alter ist unklar. Tischkowitz ermittelt ein kumulatives Risiko von 14 Prozent bis zum 50. Lebensjahr und von 35 Prozent bis zum 70. Lebensjahr. Die Bedeutung für die betroffenen Frauen ist damit fast so hoch wie bei BRCA1 beziehungsweise BRCA2, deren Trägerinnen zu 50 Prozent beziehungsweise zu 55 bis 60 Prozent im Verlauf ihres Lebens an Brustkrebs erkranken.

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FDA: Verlässlichkeit diagnostischer Tests soll verbessert werden

03. August 2014

Quelle: ärzteblatt online, 1. August 2014

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA will ihre Zuständigkeit auf spezielle Labortests ausweiten, die in den letzten Jahren im Rahmen der personalisierten Medizin entwickelt wurden. Eine Regulierung der Tests sei notwendig, um Patienten vor den Folgen falscher Ergebnisse zu schützen, argumentiert die Behörde.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Tests gestiegen, die zu speziellen Fragestellungen durchgeführt werden. Ein Beispiel ist der Nachweis des Brustkrebsgens BRCA1, dessen Ergebnis betroffene Frauen vor die Frage einer prophylaktischen Mastektomie stellt. Ein anderes Beispiel sind Genexpressionstests wie Oncotype DX, der die Aktivität von 21 Genen in Tumorzellen misst und vorhersagen soll, ob eine Patientin von einer adjuvanten Chemotherapie profitiert oder nicht.

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Magenkrebs: Adenokarzinom zerfällt genetisch in vier Subtypen

28. Juli 2014

Quelle: arzteblatt online, 25.Juli 2014

Boston - Die molekulargenetische Katalogisierung des gastralen Adenokarzinoms könnte zu einer neuen Klassifizierung der häufigsten Magenkrebsform führen. Das Cancer genom Atlas Research Network schlägt im Nature eine Einteilung in vier Subtypen vor.

Die bisherige Klassifikation des Adenokarzinoms nach histologischen Subtypen (Lauren-Klassifikation, WHO-Einteilung) hatte keine Auswirkungen auf die Behandlung des gastralen Adenokarzinoms. In den Studien wird der Tumor als eine Entität betrachtet und in der Klinik gleich behandelt, obwohl die Tumoren unterschiedliche Ursachen (Helico­bacter pylori, Epstein-Barr-Virus, Ernährung, Rauchen) haben und die Häufigkeit regional sehr unterschiedlich ist. Das Team um Adam Bass von Dana-Farber Cancer Institute in Boston hat deshalb für seine molekulargenetischen Untersuchungen Tumore aus allen Teilen der Erde gesammelt.

Die Präparate von 295 unbehandelten Patienten wurden einer intensiven molekulargenetischen Analyse unterzogen. Bei allen Tumoren sequenzierten die Forscher die protein-kodierenden Anteile des Genoms. Sie suchten dabei nach Mutationen, Deletionen oder Duplikationen von Genabschnitten. Sie bestimmten den Methylierungsstatus der DNA, der die Aktivierung einzelner Gene beeinflusst, und sie sequenzierten die Messenger-RNA und die MicroRNA um herauszufinden, welche Gene aktiv waren und welche Schlüsselproteine in den Krebszellen gebildet wurden.

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B-Zell-Tumore: EMA für Zulassung von Ibrutinib und Idelalisib

27. Juli 2014

Quelle: aerzteblatt online, 25.Juli 2014

Einen Tag nach der US-amerikanischen FDA hat auch die europäische Zulassungsbehörde EMA grünes Licht für die Einführung des Kinase-Inhibitors Idelalisib (Zydelig) gegeben. Auch der im Februar in den USA eingeführte Wirkstoff Ibrutinib, ein Kinase-Inhibitor mit anderem Angriffspunkt, dürfte demnächst als Imbruvica eingeführt werden, sofern die Europäische Kommission keine Einwände erhebt, was nicht zu erwarten ist.

Die beiden Wirkstoffe hemmen an unterschiedlichen Stellen den Signalfluss in B-Zellen, was die Proliferation stoppt und zum Absterben der Zellen führt, aus denen die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) und eine Reihe von Lymphomen bestehen.

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