Brust Krebs in situ

Nach der Biopsie Ihrer Brust werden die Proben durch einen speziell ausgebildeten Arzt mit langjähriger Erfahrung – dem Pathologen - unter dem Mikroskop untersucht. Der pathologische Bericht gibt Ihrem behandelnden Arzt Auskunft über die Diagnose jeder Probe und hilft Ihrem Arzt die passende Behandlung zu finden.

Diese Seiten sollen Ihnen zu Helfen den pathologischen Bericht besser zu verstehen.

1. Was ist ein „in-situ Karzinom“?

In-situ ist eine Präkanzerose, ein Vorstufe  zum Karzinom. Die normale Brustdrüse besteht aus Gängen (Ductus) die in blind-endenden, sackartigen Läppchen (Lobules) auslaufen. Karzinome haben ihren Ursprung von Zellen der Gänge oder der Läppchen und wenn ihr Wachstum noch auf  diese Grundstrukturen begrenzt ist, werden sie Carcinoma in-situ genannt. Die Zusätze duktal oder lobulär geben das Ursprungsgewebe an.
Hat das Karzinom diese Grundstruktur durchbrochen und zeigt ein  invasives bzw. infiltratives Wachstum, hat es die Möglichkeit in anderen bereich des Körpers zu streuen (Metastasierung).

2. Was bedeutet es, wenn in meinem Bericht „duktales Carcinoma in-situ“, „intraduktales Karzinom“, „lobuläres Carcinoma in-situ“ oder „ in-situ Karzinom mit lobulären und duktalen Anteilen“?

In-situ Karzinome zeigen ein unterschiedliches Erscheinungsbild unter dem Mikroskop, die beiden Hautwachstumsmuster sind das duktale Carcinoma in-situ (DCIS) und das lobuläre Carcinoma in-situ (LCIS). „Intraduktales Karzinom“ ist gleichbedeutend mit „duktales Carcinoma in-situ“. In einigen Fällen, kann ein Karzinom lobuläre und duktale Anteile haben, und in einigen Fällen können ein DCIS und ein LCIS nebeneinander bestehen.

3. Was bedeutet es, wenn in meinem Bericht E-cadherin aufgeführt wird?

E-cadherin ist eine Marker, der dem Pathologen hilft zwischen ductal und lobulär zu unterscheiden. Sollte E-cadherin in Ihrem Bericht nicht aufgeführt wein, dann war dieser Test für die Unterscheidung nicht  notwendig.

4. Was bedeutet es, wenn mein duktales Carcinoma in-situ als „cribriform“, „micorpapillär“, „apokrin“,  „mit Komedonekrosen“, „papillär“ oder „solide“ beschrieben wird?

Dies sind verschiedene mikroskopische Erscheinungsmuster des duktalen Carcinoma in-situ, diese können die weitere Therapieform Ihres behandelnden Arztes beeinflussen.

5. Was bedeutet es, wenn mein duktales Carcinoma in-situ als „low grade“, „intermediate grade“ oder „high grade“; oder als „nuklearer Grad1“, „nuklearer Grad2“ or „nuklearer Grad3“; oder als „geringe Mitoserate“, „intermediäre Mitoserate“ oder „hohe Mitoserate“ beschrieben ist?

Dies sind verschiedene Beschreibungen des Erscheinungsbildes des duktalen Carcinoma in-situ unter dem Mikroskop. Sie können die Therapieentscheidung ihres beeinflussen. Die genauen Auswirkungen auf Ihre Therapie besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.

6. Wie bedeutsam ist die genannte Größe des duktalen präinvasiven Karzinoms (DCIS)?

Typischerweise misst der Pathologe unter dem Mikroskop die größte Stelle des in der entnommenen Probe vorkommenden DCIS. Bei einer anderen Messmethode werden alle Objektträger gezählt auf denen DCIS gefunden wurde. Bei einer Nadelbiopsie/ Punktion wird DCIS normalerweise nicht gemessen, da nur ein Teil des Tumors gemessen würde und dies zu ungenau wäre. Eine exakte Bemessung wird bei der späteren Entnahme (Lumpektomie oder Mastektomie) durchgeführt werden. Je großflächiger das DCIS, desto größer ist das Risiko, dass es später wiederkehrt (rezidivierend). Dies kann die weitere Therapie beeinflussen.

7. Welche Bedeutung spielt ein duktales präinvasives Karzinom (DCIS) in Bezug auf die Prognose und die Behandlung?

Das DCIS ist ein Carcinoma  in situ (Siehe Frage 1.).
Die Behandlung zielt darauf alle DCIS zu oft durch chirugische Eingriffe zu entfernen, In einigen Fällen wird dennoch auf die Operation eine Bestrahlung (Radiatio) oder eine Hormontherapie empfohlen.
Welche Therapie für Sie passend ist, wird Ihnen Ihr behandelnder Arzt erläutern.

8. Was bedeutet es, wenn in meinem Bericht spezielle Studien wie high molecular weight cytokeratin (HMWCK), CK5/6, p63, muscle specific actin, smooth muscle myosin heavy chain or calponin aufgeführt werden?

Diese sind spezielle Nachweismethoden oder Marker, welche dem Pathologen manchmal helfen die korrekte Diagnose zu stellen. Nicht bei allen Fällen werden diese Zusatzuntersuchungen nötig. Ob Ihr Bericht diese Untersuchungen aufführt oder nicht hat keinen Einfluss auf die Qualität Ihrer Diagnose.

9. Was bedeutet es, wenn in meinem Bericht der „Östrogen-Rezeptor (ER)“ oder „Progesteron-Rezeptor (PR)“-Status meines duktalen Carcinoma in-situ angegeben ist?

Bei ER und PR handelt es sich um spezifische Tests, die der Pathologe durchführt und die eine relevante Aussagekraft über das Ansprechen auf  folgende Therapien haben
Die Ergebnisse von ER und PR sind separat vermerkt und können auf verschiedene Arten beschrieben sei:
negativ – schwach positiv – positiv
% positiv
% positiv mit der zusätzlichen Angabe ob schwach, mäßig oder stark verfärbt
In welcher Art und Weise die Ergebnisse Ihre Therapie beeinflussen besprechen Sie am Besten mit ihrem behandelnden Arzt.

10. Was hat es zu bedeuten, wenn in meinem Bericht Ränder oder Farbe/Tinte aufgeführt werden?

Wenn eine Exzision (Lumpektomie) vorgenommen wurde, werden die Ränder der Probe vom Pathologen mit (gelegentlich verschieden farbiger) Tinte markiert. Wenn das DCIS bis in den markierten Rand reicht, heißt das, dass es nicht unbedingt vollständig entfernt wurde. Abschließen kann der Chirurg in einem zweiten Eingriff weiteres Gewebe entfernen. Die genaue Therapieentscheidung besprechen Sie am Besten mit Ihrem behandelnden Arzt.

11. Welche Bedeutung spielt eine lobuläre intraepithelaie Neoplasie (LIN) auch lobuläres insitu Karzinom (LCIS) in Bezug auf die Prognose und die Behandlung?

Das Vorhandensein einer LIN erhöht leicht das Brustkrebsrisiko in beiden Brüsten. Wird ein LIN bei einer Exzision gefunden, wird normalerweise beobachtet (Nachsorgeuntersuchungen)t.
In einigen Fällen, in denen ein LIN in einer Biopsie gefunden wird, und das LIN nicht mit dem mammographischen Befund übereinstimmt oder es Nekrosen beinhaltet oder pleomorph erscheint (Siehe Frage  13), wird eine anschließende chirurgische Exzision vorgenommen. Die angemessen Behandlung eines LIN, das in einer Biopsie gefunden wurde, besprechen Sie am Besten mit Ihrem behandelndem Arzt.

12. Was bedeutet es wenn in meinem Bericht „lobuläre intraepithelaie Neoplasie (LIN)“steht?

Viele Jahre lang hatten Frauen, bei denen ein lobuläres präinvasives Karzinom in der Brustbiopsie gefunden wurde, keine weiteren operativen Eingriffe. Man weiß durch Langzeitstudien an denen diese Frauen teilgenommen haben, dass die meisten nie ein invasives Karzinom entwickelt haben. Aufgrund dieser Langzeitstudie bevorzugen viele Ärzte den Ausdruck „lobuläre Neoplasie“ anstelle von ‚lobuläres Insitu-Karzinom’, da es nicht notwendigerweise ein invasives Karzinom wird.

13. Was bedeutet es wenn meine lobuläre intraepithelaie Neoplasie (LIN) als „pleomorph“ oder“ mit Nekrosen“ beschrieben ist?

Diese Erscheinungsform des LIN, verglichen mit einem LIN ohne diese Merkmale, ist aggressiver und mit einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden. „Nekrosen“ bedeuten, dass einige Zellen des LIN bereits untergegangen sind. „Pleomorph“ meint, dass die Zellen des LIN unnormaler unter dem Mikroskop aussehen, als beim anderen LIN.

14. Was ist gemeint, wenn in meinem Bericht von einer „atypische ductale Hyperplasie“ oder einer „atypische lobulären Hyperplasie“ gesprochen wird?

Die sind Vorstufen eines duktalen oder lobulären Carcinoma in-situ. Die Bedeutung dieser Veränderungen hängt vom den weiteren Läsionen ab und sollte am Besten mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden.

15. Was bedeutet es wenn in meinem Bericht „normale ductale Hyperplasie“, „lobuläre Hyperplasie“, „Adenose“, „sklerosierende Adenose“, „radiäre Narbe“, „komplexe sklerosierende Läsion/Veränderung“, „Papillomatose“, „Papillom“, „apokrine Metaplasie“, „Zysten“, „Zylinderzellveränderung/Zylinderzellläsion“, „Kollagene Sphärulose“, Zylinderzellhyperplasie“, „Gangektasie“, „Fibrozystische Umwandlung“ oder „flache epitheliale Atypie“ steht?

All diese Bezeichnungen sind nicht-kanzeröse Veränderungen, die ein Pathologe unter dem Mikroskop sieht, sie haben keine Bedeutung, falls sie in einer Biopsie gesehen werden, in der ebenfalls in-situ Karzinom  vorliegt.

16. Was bedeutet es, wenn in meinem Bericht „ Mikrokalk“ oder „Kalzifizierung“ steht?

„Mikrokalk“ oder „Kalzifizierung“ sind Verkalkungen und werden sowohl in gutartigen und bösartigen (Karzinomen) Läsionen der Brust gefunden, sie können bei der Mammographie und unter dem Mikroskop gesehen werden. Weil manche Verkalkungen mit einem Mamma-Karzinom assoziiert sind, kann eine mammographischer Befund zu einer Biopsie führen.  Werden diese dann mikroskopisch vom Pathologen ebenfalls gesehen, wird dies im Befund angegeben, damit der behandelnde Arzt weiß ob das suspekte Areal erfasst wurde. Treten „Mikrokalk“ oder „Kalzifizierungen“ ohne weitere besorgniserregende Veränderungen in den Drüsengängen der Brust auf haben sie keine Bedeutung.

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