hochgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie

Die bei der Biopsie entnommenen Proben Ihrer Prostata werden von einem Facharzt mit langjähriger  Berufserfahrung - dem Pathologen – mikroskopisch untersucht. Ihr behandelnder Arzt verwendet den pathologischen Bericht um die Entscheidung über die weiteren therapeutischen Maßnahmen zu fällen. Diese Fragenübersicht wurde entwickelt um es leichter zu machen Ihren pathologischen Bericht zu verstehen.

1.) Was ist ein „Stanzzylinder“?

Der Urologe entnimmt der Prostata an verschiedenen Stellen mit einer Hohlnadel dünne Gewebefäden. Jede dieser Proben wird als „Stanzzylinder“ bezeichnet. Die Anzahl der Stanzzylinder, die Krebs enthalten sowie die Menge an Krebs in den einzelnen Stanzzylindern hat Einfluss auf die Prognose des Tumors.

2.) Was ist eine „hochgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie“ oder „hochgradige PIN“?

„Hochgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie“ auch bezeichnet als „hochgradige PIN“ ist eine Vorstufe des Prostatakrebs.

3.) Wenn ich eine Vorstufe von Krebs habe, heißt das, dass ich Prostatakrebs bekommen werde?

Eine hochgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie, die Vorstufe zum Prostatakrebs, kann sich zu Krebs entwickeln. Diese Entwicklung dauert meist mehrere Jahre.

4.) Was bedeutet es wen in meinem Bericht steht, dass in meiner Biopsie eine „hochgradige prostatische intraepitheliale Neoplasie“ oder „hochgradige PIN“ gefunden wurde?

In dieser Biopsieprobe ist kein Krebs vorhanden und auch bei einer Wiederholungsbiopsie wird in den meisten Fällen kein Krebs gefunden werden. (Siehe Frage 2.)

5.) Gibt es etwas, dass es wahrscheinlicher macht, dass ich Krebs habe?

Wenn bei Ihnen in vielen Stanzzylindern eine hochgradige PIN gefunden wurden ist die Chance größer dass bei einer Wiederholungsbiopsie Krebs diagnostiziert. Je verbreiteter eine PIN ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Vorstufe in Krebs übergehen kann.

6.) Sollte ich eine Wiederholungsbiopsie im nächsten Jahr oder einige Jahre später machen lassen?

In den meisten Fällen ist eine Wiederholungsbiopsie kurz nach der Diagnose von hochgradiger PIN nicht sinnvoll, da sich die Diagnose nicht ändern wird.
Dennoch kann eine zeitnahe Wiederholungsbiopsie in einigen Fällen sinnvoll sein. Ob und wann Sie eine Wiederholungsbiopsie machen lassen sollten besprechen Sie am Besten mit Ihrem behandelnden Arzt.

7.) Was bedeutet es wenn mein Biopsiebericht besondere Untersuchungen wie hochmolekulare Zytokeratine (HMWCK, high molecular weight cytokeratin), CK903, CK5/6, p63,AMACR (racemase), 34BE12, oder PIN4 cocktail enthält?

Dies sind spezifische Untersuchungen mit dessen Hilfe der Pathologe den Prostatakrebs identifizieren kann. Diese Zusatzuntersuchungen sind nicht in allen Fällen nötig. Ob diese Untersuchungen in Ihrem Bericht vorkommen oder nicht, hat keinen Einfluss auf die Genauigkeit Ihrer Diagnose.

8.) Was bedeutetet, es wenn in meinem Bericht zusätzlich die Rede von einer „akuten Entzündung“ (akute Prostatitis) oder einer „chronischen Entzündung“ (chronische  Prostatitis) ist?

In einigen Fällen kann eine Entzündung zur Erhöhung des PSA-Wertes führen.
In den meisten Fällen ist eine Entzündung (akut oder chronisch) nicht von Bedeutung und steht nicht in direktem Zusammenhang mit Prostatakrebs.

9.) Was bedeutet es wenn in meinem Biopsiebericht zusätzlich „Atrophie“ „Adenose“, „atypische adenomatöse Hyperplasie“ oder „Samenblase“ steht?

Dies alles sind Erscheinungen, die der Pathologe unter dem Mikroskop zusätzlich sehen kann. Sie sind nicht von Bedeutung wenn sie bei einer Biopsie entdeckt werden und haben nichts mit Prostatakrebs zu tun..

End FAQ