03. November 2011
Unter der Federführung vonDie Entscheidung zu einer Active Surveillance-Strategie bei Vorliegen eines sog. klinisch insignifikanten Mikrokarzinoms der Prostata beruht derzeit neben der Kleinheit des Tumor-Herdes und dem PSA-Wert im Blut entscheidend auf der subjektiven histopathologischen Malignitätsgradierung an gefärbten Schnitten von Stanzbiopsien nach Gleason (1973) (Interdisziplinäre S3-Leitlinie Prostatakarzinom, 2009). Da diese Gradierung erwiesenermaßen schlecht reproduzierbar (Burchardt et al., 2008) und nicht hinreichend prognostisch valide ist (Böcking, 2011), wird ein Parameter gesucht, der objektiver, reproduzierbarer und prognostisch valider als der Gleason-Score alleine eine zu erwartende Nicht-Progression von Mikrokarzinomen der Prostata vorhersagt und damit eine Entscheidung zur Active Surveillance für Arzt und Patient sicherer macht.
Wenn dies gelingt, würde sich der Nachweis von DNA-Diploidie als zu den Gleason-Scores 6 und ggf. 7a zusätzliches Eingangskriterium für die Durchführung einer AS-Strategie bei Patienten mit Mikrokarzinomen der Prostata empfehlen (siehe „Anleitung Prostatakarzinom“ der Deutschen Gesellschaft für Pathologie und des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, März 2011).