Zur "Woche der Pathologie 2010" lud Prof. Dr. Peter Hufnagl (Leiter der digitalen Pathologie an der Charité, Berlin) zu einem Scanner-Contest nach Berlin ein. Sechs Hersteller mit acht verschiedenen Geräten traten an, um ein ausgeklügeltes Testprogramm in verschiedenen Disziplinen zu durchlaufen. Auf dem Europäischen Kongress für Telepathologie und Virtuelle Mikroskopie in Vilnius (Litauen) wurden die Ergebnisse des Contests erstmals veröffentlicht und Awards in mehreren Disziplinen verliehen.
Eine Vielzahl von Messdaten wurden vom Testteam ausgewertet. Getestet wurde in den Disziplinen Geschwindigkeit, Bildqualität und Handhabbarkeit. Unter http://scanner-contest.charite.de können die Ergebnisse im Einzelnen eingesehen werden. In der Disziplin Massenscan 20x und 40x dominierte das Gerät SCN 400 von LEICA. Hierfür mussten 35 HE-Schnitte ohne Interaktion eingescannt werden. Mit dem SCN 400 schaffte Leica rund 0,25 Quadratzentimeter pro Minute in der 40fachen Vergrößerung. In der Disziplin Qualitätsscan mussten 10 Präparate unterschiedlicher Gewebe und Färbungen mit höchster Qualität eingescannt werden. In den unterschiedlichen Auflösungen gingen die Awards an Olympus mit dem System VS110 und 3DHistech mit dem Panoramic Scan 150.
"Jedes Unternehmen entwickelt seine eigenen Verfahren und seine eigene Software. Die Herstellerangaben sind für die Pathologen schwer verständlich und ein wirklicher Vergleich der Scanner durch den Kunden ist nur sehr bedingt möglich. Hier Vergleichbarkeit herzustellen und dafür von allen Seiten anerkannte Kriterien zu entwickeln ist der Kern des Scanner-Contests." sagt Hufnagl. "Die Anforderungen aus Wissenschaft, Lehre und Zweitmeinungspathologie sind unterschiedlich. Wenn die virtuelle Mikroskopie jedoch alltagstauglich werden will, muss es Standards, Vergleichbarkeit und Kompatibilität geben." Mit Bildanalyseprogrammen zur TMA-Analyse und zur Markerquantifizierung gibt es aber nun erste alltagstaugliche Anwendungen, die nicht nur für Universitätspathologen interessant sind.
"Das Einscannen von Objektträgern ist ja nur ein Schritt in der ganzen Bearbeitungskette. Der gesamte Workflow entscheidet jedoch darüber, ob zeit- und kostengerecht histologische Untersuchungen in der gewohnt hohen Qualität durchgeführt werden können, die für die Diagnostik von Tumoren essentiell ist. Bei allem, was wir tun, müssen wir uns die Frage stellen, ob es dem Patienten nützt." resümiert Hufnagl. "Und wenn es richtig angepackt wird, kann man diese Frage eindeutig mit JA beantworten."
Interview zum Scannercontest Virtuelle Mikroskopie
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Vorstellung Scanner-Hersteller des Contests
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