30.07.2012

Krebszellen im Blut - ein schlechtes Zeichen

Haben Brustkrebspatientinnen, die zunächst erfolgreich behandelt wurden, wieder zirkulierende Turmorzellen in ihrem Blut, lässt das auf einen Rückfall schließen - auch wenn noch keine Metastasen zu entdecken sind.

 

Houston (BS). Nach erfolgreicher Primärtherapie bekommt etwa jede vierte Frau mit lokalisiertem Brustkrebs ohne Lymphknotenbeteiligung einen systemischen Rückfall. Die dafür verantwortlichen Mikrometastasen lassen sich meist selbst mit hochauflösender Bildgebung nicht erkennen. Die Prognose lässt sich aber mit einem Test auf zirkulierende Tumorzellen (CTC) abschätzen, berichten Forscher um Professor Anthony Lucci vom University of Texas MD Anderson Cancer Center ( Lancet Oncology 2012; online 6.Juni).

 

Die Mediziner haben prospektiv Informationen zu CTC bei Frauen mit Brustkrebs im Stadium I-III gesammelt. Bei den Frauen war jeweils nur eine Brust betroffen und in den letzten fünf Jahren kein anderes Malignom aufgetreten. CTC wurden mit der sogenannten CellSearch-Methode aufgespürt. Bei 73 von 302 Patientinnen (24 Prozent) wurde pro 7,5 ml peripherem Blut mindestens eine CTC nachgewiesen; bei 10 Prozent waren es mindestens zwei und bei 5 Prozent mindestens drei CTC.

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27.07.2012

Wenn das Herz auf der falschen Seite liegt...

Regensburg, 26.7.2012 Seit Mitte der 90er Jahre gibt es signifikante Fortschritte von Zilien: Sie kommen in verschiedenen Zelltypen im Körper vor und spielen eine entscheidende Rolle bei wichtigen Entwicklungsprozessen, etwa bei der Entwicklung der Organe (z.B. Dextrokardia = Herz auf der rechten Körperseite). Als "Ziliopathien" werden Krankheiten bezeichnet, die mit einem Funktionsverlust der Zilien einhergehen. Aktuelle molukulargenetische Forschungen beschäftigen sich damit, welche Erkrankungen auf pathogene Zilien zurückzuführen sind - eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien.

 

Um solche neuen Entwicklungen geht es bei der 16. Konferenz der Society for Ultrastructural Pathology (SUP) "UltraPath", die vom 6. bis 10. August im Universitätsklinikum von Regensburg stattfindet....

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22.07.2012

Neue Verfahren unterstützen die Dermatologen in Diagnose und Therapie

Quelle: Innovationsreport, 19.07.2012

 

In letzter Zeit haben zwei neue interessante Techniken das diagnostische Spektrum in der Dermatologie erweitert: die konfokale Laserscanmikroskopie und die optische Kohärenztomographie. Beide Verfahren teilen dieselben Vorzüge: sie sind nicht-invasiv, für den Patienten schmerzfrei direkt – also in vivo – anwendbar und liefern Daten und Befunde in Echtzeit. Ein Vorteil gegenüber dem diagnostischen Goldstandard, der Histologie, ist, dass bei diesen beiden diagnostischen Methoden nicht-invasiv Verlaufsbeurteilungen erfolgen können und so ein Therapiemonitoring ohne invasive Probebiopsien möglich wird.

 

Die konfokale Laserscanmikroskopie liefert horizontale also hautoberflächen-parallele Schnittbilder mit einer fast histologischen Auflösung um 1 µm und einer Fläche von 500 µm x 500 µm; Einzelzellen und Zellkerne sind also abgrenzbar. Die konfokale Laserscanmikroskopie kann zur Differenzierung zwischen Nävuszellnävi und malignen Melanomen sowie bei der Diagnostik von epithelialen Tumoren (Basalzellkarzinome, aktinische Keratosen, spinozelluläre Karzinome) eingesetzt werden. Dabei können die oberflächennahen Anteile eines Hauttumors ohne Operation direkt am Patienten mit fast histologischer Auflösung dargestellt werden.

 

Die optische Kohärenztomographie zeigt vertikale Schnittbilder von einigen Millimetern Länge, die eine Auflösung von 3-5 µm und eine Detektionstiefe von bis zu 1 mm bieten, so dass hiermit Veränderungen bis in die mittlere Dermis dargestellt werden können. Eine Weiterentwicklung, die High-Definition optische Kohärenztomografie, ermöglicht zusätzlich eine horizontale (en-face) Bildgebung und in allen Dimensionen eine Auflösung von 3 µm bei einer Untersuchungszeit von circa 5 Minuten.

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21.07.2012

Trick der Krebszellen, um Metastasen zu bilden

Quelle: www.aerztezeitung.de, 15. Juli 2012

 

Wie Krebszellen sich durch die Wände von Blutgefäßen zwängen und in Organe streuen, haben Schweizer Forscher entdeckt. Der Mechanismus ist deshalb so relevant, weil Metastasen für Krebskranke die eigentliche Gefahr darstellen.

 

Zürich (eb). Krebspatienten sterben selten an den Primärtumoren, sondern eher an den Metastasen, die von diesem Tumor streuen. Den Anfang dieser Metastasenbildung hat jetzt ein Team um Physiologen der Universität Zürich identifiziert. Erstmals wiesen sie den Weg nach, den metastasierende Darmkrebszellen von der Blutbahn einschlagen. Die Erkenntnisse erlauben neue Ansätze bei der Entwicklung von Krebstherapien ( Cancer Cell 2012, 22 (1):91-105).

 

Weltweit sterben jedes Jahr über sieben Millionen Menschen an Krebs. Dank wirksamer Therapien und guter Früherkennung ist in den Industrienationen nur bei zehn Prozent der Primärtumor die direkte Todesursache. Die Mehrheit stirbt an den Folgen von Tochtergeschwulsten. Diese siedeln sich über die Blutbahnen ab. Bislang war der eigentliche Grund für die Metastasierung in bestimmte Organen unbekannt. Unklar war ferner, wie die Tochterzellen aus den Gefäßen in Organe eindringen können.

 

Nun hat eine Arbeitsgruppe um Privatdozent Lubor Borsig von der Universität Zürich und Professor Mathias Heikenwälder von der Technischen Universität München nachgewiesen, dass Krebszellen spezifische Pförtnerrezeptoren auf dem Endothel der Blutgefäße manipulieren.

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18.07.2012

Mutation schützt vor Alzheimer

Quelle: www.aerzteblatt.de / 12.Juli 2012

 

Reykjavik/St. Louis – Eine seltene Mutation, die die Bildung von Beta-Amyloiden im Gehirn herabsetzt, schützt Menschen im Alter vor der Entwicklung einer Alzheimer­demenz. Die Studie in Nature (2012; doi:10.1038/nature11283) bestätigt die Amyloid-Hypothese des Morbus Alzheimer und liefert Ansatzpunkte für neue Therapien, die nach den Erkenntnissen einer weiteren Studie im New England Journal of Medicine (2012; doi: 10.1056/NEJMoa1202753) frühzeitig erfolgen müsste.

 

Amyloid-Plaques sind ein zentrales pathologisches Merkmal der Alzheimer-Erkrankung. Es war jedoch unklar, ob sie der Verursacher sind oder nur die Folge eines anderen Krankheitsprozesses. Die Plaques beim Morbus Alzheimer bestehen vor allem aus beta-Amyloiden. Sie entstehen durch enzymatischen Abbau des beta-Amyloid precursor protein (APP). Die Gruppe um Kari Stefansson von deCODE genetics in Reykjavik hat jetzt eine Mutation im APP entdeckt, die den Abbau von APO offenbar vermindert. deCODE analysiert seit einigen Jahren das Erbgut der isländischen Bevölkerung, die wegen der geringen Bevölkerungszahl und der geografischen Lage einen sehr homogenen Genpool hat, was die Entdeckung von Varianten erleichtert. Die Forscher waren bei der Genomanalyse von 1.795 Isländern auf die Genvariante gestoßen. Es handelt sich um eine Punktmutation, die an Position 673 zum Basenaustausch von Adenin nach Thymin führt.

 

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17.07.2012

Mammakarzinom: Häufige Nachoperationen nach Lumpektomie

Quelle: www.aerzteblatt.de, 13.7.2012

 

London – Mehr als die Hälfte aller Mammakarzinome werden heute brusterhaltend operiert. Es gelingt aber nicht immer, den Tumor vollständig zu entfernen. In einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 345: e4505) musste bei jeder fünften Frau innerhalb der ersten 3 Monate nach der Lumpektomie nachoperiert werden. Häufig wurde eine Mastektomie notwendig. Die Idee hinter der Lumpektomie ist einfach. Die Chirurgen entfernen nur den vom Tumor befallenen Anteil der Brustdrüse und zur Sicherheit eine dünne Schicht des umgebenden Gewebes. Da das kosmetische Ergebnis als günstiger empfunden wird als nach einer Mastektomie, wünschen viele Frauen diese brusterhaltende Operation.

 

Während einer Lumpektommie fällt es jedoch nicht immer leicht, gesundes und tumoröses Gewebe zu unterscheiden. Bei etwa einem Drittel der Frauen gibt es mehr als ein Tumornest. Viele Patientinnen müssen deshalb in den ersten Wochen oder Monaten ein weiteres Mal operiert werden.

 

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16.07.2012

Virtuelle Mikroskopie: Zeiss lizenziert Patente von Olympus

Die Carl Zeiss Microscopy GmbH und Olympus America Inc. haben ein nicht exklusives, weltweites Lizenzabkommen zur Nutzung eines umfangreichen Patentportfolios von Olympus im Bereich der digitalen Pathologie und virtuellen Mikroskopie unterzeichnet.

 

„Die Bereitstellung und Nutzung digitaler Daten ist ein wesentlicher Treiber für die Entwicklung moderner Mikroskopie“, sagte Dr. Bernhard Ohnesorge, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter des Geschäftsbereichs Biosciences von Carl Zeiss Microscopy. „Die Integration der Virtual Slide Funktionalität in unsere Forschungsmikroskope wird unseren Kunden höhere Effizienz bieten und es ermöglichen, neue wissenschaftliche Ansätze zu erproben. Insbesondere die Ursachenforschung von heute noch schwer zu behandelnden Krankheiten wird davon profitieren.“

 

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09.07.2012

Indikationen zur Leberbiopsie

Quelle: Dtsch Arztebl Int 2012; 109(27-28):

Institut für Pathologie, Ruhr-Universität Bochum: Prof. Dr. med. Tannapfel

Institut für Pathologie, Köln: Prof. Dr. med. (emer.) Dienes

I. Medizinische Klinik und Poliklinik, UKE Hamburg: Prof. Dr. med. Lohse

 

Trotz verbesserter serologischer und bildgebender Diagnoseverfahren ist die Leberbiopsie die aussagekräftigste Untersuchungsmethode, um unklare diffuse Lebererkrankungen und Rundherde einzuordnen. Als invasives Verfahren muss die Indikation zur Biopsie gegen das geringe, aber reale Risiko einer Punktionskomplikation abgewogen werden...

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