08.02.2012

Infektionswelle im Klinikum Bremen-Mitte

Der Untersuchungsausschuss zur Infektionswelle im Klinikum Bremen-Mitte hörte die Aussagen von vier Pathologen. Dabei ging es darum, ob die Ärzte die Todesart richtig bescheinigten und ob eine Meldepflicht bestand.

 

Die Mitglieder des Ausschusses wollten der Frage nachgehen, ob man bei einem Todesfall im Zusammenhang mit Keimen auch von einem natürlichen Tod sprechen kann. Außerdem sollte erörtert werden, ob die Ärzte im Klinikum Bremen-Mitte gegen das Leichengesetz verstoßen haben. Auf dem Totenschein besteht die Möglichkeit ein Feld anzukreuzen, wenn der Tod im Zusammenhang mit einer medizinischen Behandlung steht.

 

Die Fachleute kamen zu einer anderen Bewertung. So erklärte Klaus Junker vom Bremer Zentrum für Pathologie, dass die medizinische Behandlung im Fall einer Infektion einen Einfluss auf den Zustand der Frühchen habe. Allerdings sieht er keinen Anhaltspunkt für einen nicht-natürlichen Tod der Babys. "Für mich ist eine Infektion kein unnatürliches Geschehen. Wenn daraus der Tod eintritt, ist das bedauerlich, aber eine Folge eines natürlich eingetretenen Vorgangs".

 

Michael Birkholz vom Institut für Rechtsmedizin erklärte den Ausschussmitgliedern, dass eine Infektion in einem Krankenhaus nicht automatisch eine Meldepflicht an die Rechtsmedizin auslösen muss. Nur wenn der Arzt, der den Totenschein ausstellt, ein Verschulden bei einer Person feststellen kann, sei eine Infektion eine nicht-natürliche Todesursache. Schon lange kritisiert Birkholz, dass der letzte behandelnde Arzt auch der Leichenschauarzt sein darf. Dadurch könnten unter Umständen auch Fehler vertuscht werden. Erst wenn ein nicht-natürlicher Tod angegeben wird, werden Staatsanwaltschaft und Rechtsmedizin eingeschaltet. Birkholz stellt klar: "Der Leichenarzt hat die allerhöchste Verantwortung. Er stellt die Weichen."

 

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04.02.2012

Trend zur personalisierten Therapie bei Krebs

Trotz hochmoderner Medizintechnik und einem großen Angebot an Medikamenten stirbt in Deutschland jeder Vierte an Krebs. Die Biotechnologie sucht seit Jahren nach neuen Wegen und ist hoffnungsvoll, Mittel zu finden, die zielgerichtet und auf den Patienten zugeschnitten eingesetzt werden können. Doch die Verfahren sind teuer und langwierig.

 

Erst auf Grundlage der Ergebnisse des Pathologen, der entnommenes Körpergewebe untersucht, kann die Diagnose Krebs gestellt werden. Nur diese Diagnose ist rechtsverbindlich. Auf ihr basieren alle weiteren Therapieschritte.

 

Pathologen können jedoch nicht nur eine Krebsdiagnose stellen, sie haben auch die Möglichkeit, bestimmte Biomarker im Krebsgewebe zu detektieren, um den Krebs genauer bestimmen zu können. "Unter bestimmten Voraussetzungen kann ich aufgrund von Biomarkern mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen, ob ein Medikament bei einem Patienten wirken wird oder nicht", berichtet Professor Manfred Dietel von seinen Forschungsarbeiten. Für die Behandlung der Krebspatienten bedeutet das eine zielgerichtetere Therapie und damit größere Überlebenschancen.

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01.02.2012

Bamberger Morphologietage 2012

Alle Jahre wieder: die Bamberger Morphologietage Ende Januar, in diesem Jahr vom 27.-29.1. - wie immer im Welcome-Hotel Bamberg. Das Thema: Lust auf Wissen. Unter diesem Motto trafen sich ca. 850 Besucherinnen und Besucher zu Vorträgen, 7 Kompaktkursen, 10 Workshops, Trainingscamps, Histo-, Cyto- und Patho-Updates. 43 Aussteller aus Industrie, Handel und Dienstleistung tragen ihren Teil zum (finanziellen) Gelingen der Veranstaltung bei. Mit dem jährlich verliehenen Wissenschaftspreis wurde in diesem Jahr Prof. Günter Klöppel (Foto rechts) für sein Lebenswerk ausgezeichnet...

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28.01.2012

1. Nachwuchsakademie der Deutschen Gesellschaft für Pathologie

Vom 14.-18. Oktober 2012 findet die erste Nachwuchsakademie der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) im Kloster Eberbach (Rheingau) statt. Die Nachwuchsakademie wird sich auf Themen aus der experimentellen und insbesondere molekularen Pathologie, der translationalen Forschung und der Karrieregestaltung fokussieren.

 

Im Rahmen der Akademie sollen die Teilnehmer durch den persönlichen Kontakt mit ausgewiesenen Experten, in der Diskussion ihrer Forschungsvorhaben und durch gezielte Information in methodisch und thematisch relevanten Forschungsfragen und karriererelevanten Themen beim Aufbau einer wissenschaftlichen Laufbahn im Fach Pathologie gestärkt werden.

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27.01.2012

Novartis Oncology Pathologie-Preis

Die Firma Novartis Oncology hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Pathologie einen Forschungspreis für herausragende Arbeiten aus dem Bereich der onkologischen Molekularpathologie ausgeschrieben.

 

Novartis ist mit seinem Tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib bei Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie und einem BCR-ABL Fusionsgen sowie Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren und einer KIT-Mutation einer der Vorreiter in der individualisierten Therapie anhand molekularer Marker. Dieser Ansatz wird bei der Erforschung neuer Wirkstoffe weiter verfolgt und ausgebaut. Daher möchte Novartis die Forschung an solchen Ansätzen unterstützen und die Zusammenarbeit mit den Pathologen in Deutschland weiter intensivieren.

 

Der Novartis Oncology Pathologie-Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000,- Euro dotiert und soll auf der 96. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie vom 31.Mai bis 03. Juni 2012 in Berlin verliehen werden. Lesen Sie hierzu bitte die vollständige Mitteilung .

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27.01.2012

HPV-Test: Hinweise auf Nutzen im Primärscreening

Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs können früher erkannt und behandelt werden / Gefahr der Übertherapie...

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18.01.2012

Schweiz: IBM-Forscher entwickeln winzige Diagnosesonde

Wissenschaftler am IBM Forschungszentrum in Rüschlikon haben mithilfe der Halbleitertechnologie ein neues, vielseitiges Diagnosetool entwickelt, das die Untersuchung von Gewebeproben verbessert. Mithilfe einer winzigen Siliziumsonde – einer Art „Mikropipette“ – können selbst sehr kleine Proben mikrometergenau getestet und analysiert werden. Die Technologie zeige einen vielversprechenden Weg auf, um die Qualität von Gewebeuntersuchungen und damit auch die Zuverlässigkeit von Diagnosen weiter zu steigern.

 

Die IBM Technologie lässt sich problemlos in heutige Laborabläufe integrieren und ist kompatibel mit den üblichen biochemischen Testsystemen. Durch die geringe Grösse der Sonde lässt sich die Probe zudem sehr gut mit dem Mikroskop betrachten und wird nicht etwa verdeckt.

 

Nebst der Weiterentwicklung der Technologie fasst das IBM Team erste praktische Anwendungen mit interessierten Partnern auf dem Gebiet der Pathologie ins Auge.

 

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14.01.2012

Studie 34 als Meilenstein in der Therapie des Mamma-CA`s

Alles zum RCB- Score: Mit der klinischen Studie 34 wird die ABCSG einen weiteren Meilenstein in der prä- operativen Therapie des Mammakarzinoms durch Einbindung eines therapeutischen Vakzins vom Typ MUC1 (L-BLP25, Stimuvax®) setzen. Den Pathologen kommt in dieser Studie die wesentliche Aufgabe der Bestimmung eines Regressiongsgrading gemäß des am MD Anderson Cancer Center entwickelten Systems „residual cancer burden (RCB)“ zu...

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