01.03.2012

Mehr als 11.000 Teilnehmer beim 30. Deutschen Krebskongress

Berlin. Mehr als 9.000 Teilnehmer aus Medizin, Pharma und Politik haben in diesem Jahr den Deutschen Krebskongress in Berlin besucht. Das Treffen, das alle zwei Jahre stattfindet, ist der größte onkologische Kongress im deutschen Sprachraum.

 

Der diesjährige Deutsche Krebskongress stand unter dem Motto: „Qualität sichern – Forschung fo(e)rdern“. „Die Nachricht, dass die Implementierung der klinischen Krebsregister an Fahrt aufnehmen wird, gehört zu den wichtigsten Neuigkeiten. Seit 2008 haben die Experten der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft für Tumorzentren (ADT) eng zusammengearbeitet, um mehr als 100 Handlungsempfehlungen für eine bessere Krebsversorgung in Deutschland zu entwickeln.

 

Die Zertifizierung von Krebszentren durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) hat sich bewährt. Inzwischen lasse sich für einige Krebsentitäten auch zeigen, dass die zertifizierten Zentren mit ihrer hohen Strukturqualität auch bessere Ergebnisse hervorbringen, so Kongresspräsident Professor Peter Albers.

 

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24.02.2012

Neue Therapie bei Melanom-Erkrankungen im Spätstadium

Der Roche Pharma AG ist in der Therapie des schwarzen Hautkrebs ein Durchbruch gelungen. Das Unternehmen entwickelte mit Vemurafenib ein Medikament, das gezielt in die Abläufe der Krebszellen eingreift. Als Folge kann der Tumor nicht mehr wachsen und schrumpft. Alle Patienten, bei denen eine BRAF-V600-Mutation im Tumor nachgewiesen wird, können im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit vom neuen Medikament profitieren.

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23.02.2012

Krebsfrüherkennung nicht falschen Prämissen opfern

Pressemitteilung vom 22.02.2012

Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP)

 

Die Krebsvorsorge bei Gebärmutterhalskrebs ist eine deutsche Erfolgsgeschichte. Wolfram-Arnim Candidus, Präsident der Bürgerinitiative Gesundheit DGVP mahnt: „Kostenüberlegungen sollten nicht Grund sein, bewährte Methoden und Zeitintervalle zugunsten weniger guter Vorhersagen zu opfern.“

Der gemeinsame Bundesausschuss prüft die Regularien der jährlich stattfindenden Gebärmutterhalsfrüherkennung. Im Falle einer Änderung würden die Kosten einer Vorsorge nur noch alle 2-3 Jahre von den gesetzlichen Kassen als Regelleistung übernommen werden.

„Die Gesundheitspolitik ist heute immer stärker auf Ökonomisierung und Kostenmanagement ausgerichtet. Verbunden mit den Rationierungen der gesetzlichen, aber mittlerweile auch der privaten Krankenkassen, droht nun die erfolgreiche Entwicklung der frühzeitigen Krebsvorsorge zerschlagen zu werden. Doch darunter würden letztlich die Patienten leiden - eine unzuverlässige Krebsvorsorge mindert nicht die Risiken und schürt vielmehr Unsicherheiten und Ängste.“

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21.02.2012

Biomarker: vernetzt forschen, individuell therapieren

Dtsch Arztebl 2012; 109(7): A-320 / B-277 / C-273

 

Biomarker werden für die Typisierung von Tumoren immer wichtiger. Aber noch kostet es zu viel Zeit und Geld, bis die klinische Relevanz eines Tumormarkers geklärt ist – ein Problem, das sich nur durch große Forschungsnetzwerke lösen lässt.

Nach gängiger Lehrmeinung entstehen maligne Tumoren als Folge zahlreicher genetischer und epigenetischer Veränderungen, und diese sollen sich durch Genom- und Genexpressionsanalysen (Proteom) feststellen lassen.

 

Die klinisch relevanten Fragen sind: Wie unterscheiden sich Tumorzellen eines Patienten in Bezug auf das Genom und seine Expression vom gesunden Gewebe des Patienten? Lässt sich mit Hilfe des Analyseergebnisses vorhersagen, welche Therapie am wahrscheinlichsten zum Erfolg führt?

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21.02.2012

BDP : CT oder MRT können die Obduktion nicht ersetzen

Der Bundesverband Deutscher Pathologen e.V. teilt in einer Pressemitteilung mit, dass moderne Bildgebungsverfahren wie CT und MRT die Obduktion nicht ersetzen können. Sie entfaltet ihre qualitätssichernde Funktion, wenn die Diagnosesicherheit bei den zum Tode führenden Krankheiten im Focus steht. Deshalb fordert der Bundesverband Deutscher Pathologen, dass der Autopsiereport Gegenstand der gesetzlichen Qualitätsberichterstattung der Krankenhäuser sein muss.

 

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20.02.2012

Biomarker gegen Brustkrebs: Charité startet Projekt

Brustkrebs zielgenau und individuell zu bekämpfen ist das Ziel eines EU-Forschungsprojekts, das die Berliner Charité zusammen mit elf weiteren Institutionen aus sechs Ländern startet. «Die Idee für die Zukunft ist, schon sehr früh ein genetisches Profil des Tumors zu erstellen», sagte Professor Carsten Denkert (Charité-Institut für Pathologie) heute auf Nachfrage der Deutschen Presseagentur (dpa). Dazu sollen neue Biomarkertests für verschiedene Brustkrebsarten entwickelt werden. Bislang gibt es ein solches Verfahren vor allem für Patientinnen, deren Tumor erhöhte Werte eines bestimmten Wachstumsfaktors (HER2) aufweist.

 

Im Fokus des Forschungsprojekts «Responsify» stehen nach seinen Angaben die rund 30 Prozent aller Brustkrebspatientinnen, deren Tumore nicht auf eine Anti-Hormon-Therapie ansprechen. Dies sind zum einen die HER2-positiv-getesteten Frauen. Bei diesen Patientinnen wird mit Antikörpern behandelt. Zum anderen geht es um Erkrankte mit sogenannten tripel-negativen Tumoren, die weder auf Antikörper noch auf Anti-Hormon-Therapien ansprechen. Diese Tumore müssen von der Blutzufuhr abgeschnitten und quasi ausgehungert werden (Anti-Angiogenese-Therapie). «Vor allem für letztere Fälle fehlen uns bisher Biomarker», sagte Denkert.

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19.02.2012

Autopsie: Noch kann das Schnittbild den Schnitt nicht ersetzen

Obduktionen sind ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung in Kliniken und zur Verbesserung von Todesursachenstatistiken. Gleichwohl ist die Rate der Autopsien rückläufig, in Deutschland werden nur etwa 3% der Verstorbenen autopsiert.

 

Pathologen, Intensiv- und Rechtsmediziner des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben in einer prospektiven Kohortenstudie die Aussagekraft der traditionellen Obduktion mit der virtuellen Autopsie durch Computertomographie verglichen. Von 285 konsekutiv auf 9 Intensivstationen des Klinikums zwischen Januar und Juni 2010 gestorbenen Patienten wurden 165 virtuell autopsiert und 47 zusätzlich durch den Pathologen. Von 196 Diagnosen, die vor dem Tod bestanden, wurden 88 % durch virtuelle Autopsie und 93 % durch traditionelle Obduktion bestätigt.

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18.02.2012

Onkologie in Deutschland: Wurden Chancen vertan?

Dtsch Arztebl 2012; 109(7): A-316 / B-274 / C-270 von Prof. Dr. med. L.Weißbach

 

Im Jahr 2000 postulierten die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe acht Thesen zum damaligen Stand der Krebsmedizin und ihren Strukturen.

Eine – subjektive – Bilanz nach zwölf Jahren liefert ernüchternde Ergebnisse.

 

 

Diese Thesen wurden nun überprüft und die eingetretende Entwicklung kommentiert. Die Thesen lauten im Einzelnen :

 

1. Die Krebsfrüherkennung ist teuer und erfüllt nicht ihre Aufgaben

2. In der jetzigen Form sind die Tumorzentren ohne Zukunft.

3. Unzureichende interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Ärzten senkt die Heilungschancen der Patienten.

4. Die Deutschen beteiligen sich nicht ausreichend an innovativen Tumorbehandlungen.

5. Die Gentherapie ist zurzeit nur eine Hoffnung für den Patienten.

6. Interdisziplinäre, multimodale Therapien verbessern die Prognose und die Lebenqualität der Krebspatienten.

7. Die Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe und die Krankenkassen bekennen sich zu einer gerechten Finanzierung der klinischen Forschung in Deutschland - Clearinghouse.

8. Die Politik vermittelt nicht zwischen den Ansprüchen der Gesellschaft und den Möglichkeiten der Medizin.

 

Die vergangenen Jahre machen deutlich, wie wichtig es ist, in Zeiten knapper Ressourcen Kräfte zu bündeln und das gemeinsame Interesse an einer gute Krebsmedizin mit starker Stimme zu vertreten.

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