28.06.2012

Schilddrüsenknoten: Gentest könnte unnötige Operationen verhindern

Boston – Die Genexpressionsanalyse eines US-Herstellers hat in einer Studie im New England Journal of Medicine (2012; doi: 10.1056/NEJMoa1203208) die Zahl der unklaren Befunde bei der Feinnadelbiopsie von Schilddrüsenknoten gesenkt. Es bleibt aber ein Restrisiko, dass Malignome übersehen werden.

 

Hinter den wenigsten Schilddrüsenknoten verbirgt sich ein Karzinom. Da dies dem Knoten nicht anzusehen ist und Ultraschall und Szintigraphie nicht immer weiterhelfen, erfolgt häufig eine Feinnadelbiopsie. Der histologische Befund des Aspirats ist jedoch ebenfalls in etwa einem Drittel der Fälle vage. Die Folge ist, dass sich bei vielen Patienten erst nach der Operation – häufig ist dies eine Hemithyrektomie – herausstellt, dass der Tumor benigne ist.

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27.06.2012

Bei Nichtkleinzelligem Lungenkarzinom auf EGFR-Mutationen testen

Quelle: Dtsch Arztebl 2012; 109(25): A-1319 / B-1142 / C-1122 / Gulden, Josef

 

Bei jedem zehnten nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) spielen Mutationen im Gen des Rezeptors für den epidermalen Wachstumsfaktor (EGFR) eine Rolle. Dass EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) wie Erlotinib oder Gefitinib bei diesen Patienten wirksamer sind als eine Standard-Erstlinien-Chemotherapie, wurde bei asiatischen Patienten belegt. Die EURTAC*-Studie weist dies nun auch für kaukasische Patienten nach.

 

Fazit: Werden bei NSCLC Mutationen im EGFR-Gen festgestellt, sollten Patienten als Erstlinientherapie einen EGFR-TKI (Erlotinib, Gefitinib) erhalten, da diese Substanzen eine bessere Wirksamkeit, Verträglichkeit und symptomatische Wirksamkeit (Lebensqualität, Symptomreduktion) haben als die Standard-Chemotherapie, folgert Priv.-Doz. Dr. med. Martin Reck, Großhansdorf, aus den Daten der EURTAC-Studie. Bei NSCLC müsse künftig routinemäßig auf EGFR-Gen-Mutationen getestet werden. Diese Analyse sei in Deutschland beim nichtplattenepithelialen NSCLC inzwischen Standard und werde von zertifizierten Pathologen flächendeckend angeboten.

 

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24.06.2012

Neue integrierte Bildanalyselösung für die digitale Pathologie

Pressemitteilung vom 22.06.2012 Leica Microsystems und Indica Labs haben eine integrierte Lösung für die digitale Pathologie entwickelt.

 

Die Anwender der Bildanalyse-Software Tissue IA von Leica Microsystems können jetzt auf eine Reihe von anspruchsvollen Bildanalyse-Algorithmen von Indica labs für gewebebasierte Quantifizierungsmethoden zurückgreifen. Bildanalyse-Algorithmen von Indica Labs, die für molekularbiologische Tests sowie für die Erkennung morphologischer Merkmale und die Quantifizierung digitalisierter Objektträger angewendet werden, bieten in Kombination mit Tissue IA von Leica Microsystems eine bedienerfreundliche Lösung für komplexe Bildanalysefunktionen in der digitalen Pathologie.

 

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21.06.2012

IQWiG: Zusatznutzen von Vemurafenib bei Melanom

15.06.2012 Vorteile beim Gesamtüberleben, aber auch Nachteile in Form von Nebenwirkungen

 

Der Wirkstoff Vemurafenib (Handelsname Zelboraf®) ist seit Februar 2012 zugelassen zur Behandlung von fortgeschrittenem Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt.Er kommt für Erwachsene infrage, deren Melanom nicht operierbar ist oder Absiedlungen (Metastasen) gebildet hat und in deren Tumor ein bestimmtes Gen (BRAF-V600) verändert ist. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen des Wirkstoffs gemäß AMNOG überprüft. Demnach stehen erhebliche Vorteile in Bezug auf das Gesamtüberleben einem erheblichen Schadenspotential in Form von Nebenwirkungen gegenüber. In der Gesamtschau ergibt sich ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Vemurafenib.

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15.06.2012

Warum Pankreaskarzinome so gefährlich sind

New York – Die Tumorzellen bei Karzinomen der Bauchspeicheldrüse bedienen sich bestimmter Zytokine, um das menschliche Immunsystem zu unterdrücken und dadurch gefährlicher zu werden. Während der Körper die Tumorzellen noch nicht als solche erkennt, kann das Karzinom wachsen. Das haben Wissenschaftler der University of New York festgestellt und damit auch Aussichten auf neue Therapieziele gegeben. Die entsprechende Studie erscheint im Fachmagazin Cancer Cell (doi: 10.1016/j.ccr.2012.04.024).

 

Das Pankreaskarzinom ist besonders wegen des aggressiven Wachstums und der späten Diagnostik gefürchtet. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind mehr als drei Viertel der Tumore weit fortgeschritten, sodass nur etwa vier Prozent der Patienten fünf Jahre nach der Diagnosestellung noch leben.

 

Doch daran könnte sich möglicherweise bald etwas ändern, meinen die New Yorker Wissenschaftler unter der Leitung von Safna Bar-Sagi. Sie konstatieren zunächst, dass die molekularen Mechanismen, mit denen Pankreas­karzinome das umgebende Gewebe beeinflussen, noch nicht gut erforscht seien. Es gelang ihnen aber nachzuweisen, dass eine Mutation im sogenannten KRAS-Gen dafür verantwortlich ist, dass die Tumorzellen das Glykoprotein GM-CSF (granulozyte macrophage – colony stimulating factor) produzieren.

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11.06.2012

Veränderte Genaktivität signalisiert Lungenkrebs im Frühstadium

dvta 06.06.2012

 

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Thoraxklinik in Heidelberg und dem NCT Heidelberg untersuchten Bronchialabstriche von insgesamt 71 Patienten mit verdächtigen Knoten. Insgesamt vier Gene, die in vielen Karzinom-Erkrankungen eine Rolle spielen, wiesen in Proben aus der Umgebung von einem Lungen-CA eine signifikant höhere Aktivität auf, als in Abstrichen aus der Nähe von harmlosen Rundherden.

 

Die deutlichste Assoziation mit Lungenkrebs beobachten die Forscher beim Gen für das Glycoprotein Tenascin-C. Die Vorhersagekraft der Tenascin-C-Genaktivität ließ sich durch die Kombination mit klinischen Parametern -wie etwa der Größe eines Knotens- weiter steigern. Die Zuverlässigkeit dieses Biomarkers soll nun an einer größeren Patientengruppe abgesichert werden.

 

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05.06.2012

Woche der Pathologie 2012, Berlin

Vom 31.5.-3.6.2012 fand in Berlin die diesjährige Woche der Pathologie statt und umfasste die 96. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie und den 12. Kongress des Bundesverbandes deutscher Pathologen.

 

Sehen Sie in unserem Videobeitrag Statements von Prof. Dr. Dietel (Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pathologie), Prof. Dr. Baretton (Tagungspräsident 2012), Prof. Dr. Schlake (Präsident des Bundesverbands deutscher Pathologen) sowie Prof. Dr. Bürrig (geschäftsf. Vorstandsmitglieder der Akademie für Fortbildung in der Morphologie) und gewinnen Sie einige Eindrücke von der Veranstaltung.

 

 

Wenn Sie eine genügend schnelle Internetverbindung haben, empfehlen wir, den Film in HD-Qualität anzuschauen.

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04.06.2012

Forscherkooperationen ermöglichen zielgenauere Diagnose

Im Fokus der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) stehen innovative Diagnoseverfahren. "Die differenzierte Diagnose des Krebses und seiner molekularen Eigenschaften durch den Pathologen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Heilung oder eine adäquate Therapie", erklärt Prof. Gustavo Baretton, Präsident der diesjährigen DGP-Jahrestagung und Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

 

In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass nur eine enge nationale und internationale Kooperation verschiedener Fachgebiete zu effektiven neuen Diagnose- und Therapieansätzen führt. International erfolgreiche "Translationale Medizin" entsteht dann, wenn Grundlagenwissenschaftler (Molekularbiologen, Genetiker, Biochemiker, Chemiker, Physiker und IT-Experten) mit Ärzten verschiedener Fachrichtungen (zum Beispiel Onkologen, Strahlentherapeuten, Nuklearmedizinern und Pathologen) kooperieren, um neue Wege bei der Diagnose und Therapie zu gehen. "Diese Art der interdisziplinären Forschung hat die differenzierte Diagnose bösartiger Tumore enorm verbessert", sagt Prof. Gustavo Baretton. So gelingt es, Krebszellen und ihre Eigenschaften noch exakter zu bestimmen.

 

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