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30.04.2019

Von A(brechnung) bis Z(ervixkarzinom)... BV-Treffen der bayrischen Pathologen/innen in Erlangen


Der Bundesverband lädt ein und 36 bayrische Pathologinnen und Pathologen folgen am Samstag, dem 27.4. der Einladung in mittelfränkische Erlangen.

Dr. Maximilian Dämmrich, der bayrische Landesvorsitzende des BV, hat ein dichtes und anspruchsvolles Programm zussammengestellt.

Den Anfang macht Prof. Dr. Florian Haller von der Uni-Pathologie Erlangen. Er beschäftigt sich mit einem neuen BioMarker: Tumor Mutational Burden (TMB) und stellt die TMB-Studie vor. Einmal mehr wird in diesem Vortrag deutlich, dass Tumor nicht gleich Tumor ist, sondern eine extrem komplexe Biologie dahinter steckt. Es ist von vielen individuellen Faktoren abhängig, ob eine Krebserkrankung wirkungsvoll behandelt werden kann, ob eine günstige oder eher ungünstige Prognose besteht, ob man über Lebensverlängerung für den Patienten sprechen kann. 

Prof. Dr. Arnd Hartmann, Chefarzt des Pathologischen Instituts im Universitätsklinikum Erlangen. Er sprach über PDL-1.

PD-1 (Programmed cell Death protein 1) ist ein inhibitorischer Rezeptor auf T-Lymphozyten, der nach Bindung an seinen Liganden PD-L1 zu einer Inaktivierung der T-Zelle führt und somit verhindert, dass sie ihre zytotoxische Wirkung entfalten kann.

Mit diesem Marker kann bestimmt werden, ob bei einem bestimmten Krebs (Prof. Hartmann führte das am Beispiel des Blasenkarzinoms aus) ein bestimmtes Medikament mehr oder weniger gut für die Behandlung eines Patienten geeignet ist.

Als Gastredner sprach Prof. Dr. Matthias Beckmann (Chefarzt der Frauenklinik der Uni Erlangen) über die aktuellen gesetzlichen Entwicklungen bei der Früherkennung des Zervixkarzinoms. Seit Jahren gibt es "konkurrierende" Verfahren, die zur Anwendung kommen: die konventionelle zytologische Abstrichuntersuchung (PAP), die seit 1971 auf breiter Basis über ein Krebsfrüherkennungsprogramm praktiziert wird. Die neuere HPV-Impfung als Vorsorge für junge Frauen und die HPV-Testung sind in anderen Ländern der Welt (allen voran Australien) sehr viel weiter entwickelt als bei uns in Deutschland. Und die Statistiken zeigen, dass das sehr erfolgreich ist.

Nach diesen "medizinlastigen" Themen sprach der Wuppertaler Rechtsanwalt Claus Renzelmann über die rechtlichen Schwierigkeiten im Umgang mit Finanzämtern und der KBV (Kassenärztlichen Bundesvereinigung). Ärzte sind eigentlich der Umsatzsteuer und der Gewerbesteuer befreit. Aber die Finanzämter haben Lücken ausgemacht, durch die auch Pathologen möglicherweise unter die Gewerbesteuerpflicht fallen. Während die Umsatzsteuer immer nur eine bestimmte erbrachte Leistung betreffen kann, fällt eine Zuordnung der Gewerbesteuer immer auf alle Einnahmen einer Praxis zurück - und da kann es dann schon mal um größere Summen gehen.

Die KBV gibt vor, wie lange abgerechnete Leistungen dauern dürfen, z.B. 4 Minuten, 8 Minuten usw. Aufgrund der Menge der abgerechneten Ziffern errechnet man dann, wie viele Stunden ein Arzt wohl gearbeitet hat und ob das denn überhaupt sein könne. Die Diskussion zeigte dann, das diese Vorgehensweise sehr problematisch ist, weil sie keineswegs die Wirklichkeit in den Praxen und Instituten abbildet.

Bevor Dr. Dämmrich noch einiges zu den BV-Aktivitäten im bayrischen Landesverband sagte und damit die Veranstaltung schloss, stellte Frau Dr. Beate Buchmaier (Mitarbeiterin des Bundesverbandes Deutscher Pathologen in Berlin) das Konzept des Verbandes zum Thema Zervixkarzinomscreening vor. Dabei ging es um Fragen der Durchführung, der Qualität und der Vergütung.