BDP: Update zum Bundeskongress Pathologie in Berlin >
< Der MTA-Tag auf dem Bundeskongress Pathologie Berlin am 19.Oktober 2019
10.10.2019

KI kann Gastroenterologen bei der Darmkrebsvorsorge unterstützen


Quelle: aerzteblatt online, 8. Oktober 2019

Lernfähige Systeme der künstlichen Intelligenz (KI) haben ein großes Potenzial, um Gastroenterologen bei der Früherkennung von Krebserkrankungen des Ma­gen-Darm-Traktes zu unterstützen. Ein Beispiel dafür ist laut der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) die Identifika­tion von Polypen, die sich maligne verändern oder verändert haben, im Rahmen einer Darmspiegelung.

Ob sämtliche Polypen während einer Koloskopie gefunden werden, hängt der Fachge­sell­schaft zufolge unter anderem von Erfahrung und Aufmerksamkeit des untersuchenden Arztes ab. Hinzu kommt, dass sich nicht aus jedem Polyp Krebs entwickelt - viele der Wucherungen sind harmlos. Aktuell müssten diese sicherheitshalber trotzdem alle entfernt und im Labor analysiert werden.

An dieser Stelle kommen laut DGVS KI-Systeme ins Spiel: Sie über­mitteln wäh­rend der Darmspiegelung Bilder aus dem Inneren des Darms in hundertfacher Vergröße­rung an einen Computer. Eine lernfähige Software sucht dann nach verdächtigen Wuche­rungen. "Die diagnostische Genauigkeit ("accuracy"), also die Fähigkeit des Systems, sowohl einen pathologischen, als auch einen nicht pathologischen Zustand jeweils als solchen richtig zu identifizieren und voneinander zu unterscheiden, lag dabei, zumindest unter Studien­be­dingungen, bei 96 Prozent - und dies in Echtzeit, also unmittelbar während der Unter­suchung.